Montag, 12. Juli 2010

Von Brisbane über Hervey Bay, Gladstone, Rockhampton & Mackay nach Airlie Beach (Whitsunday Island)

Es ist wieder mal an der Zeit, Euch ein wenig über Land und Leute zu berichten. Ich bin ja nun mehr als eine Woche (nun schon 2) in Australien unterwegs und habe doch das eine oder andere zu erzählen…




Begonnen hat „mein“ Australien ja in Brisbane. Es ist die Hauptstadt des Staates Queensland. Oder auch der Sonnenstaat genannt. Oder eben in der Stadt „Brissie“. Die Drittgrösste Stadt in Australien (fast 2 Millionen Einwohner). Durch die Stadt windet sich ein Fluss mit grünen Ufern und angrenzenden Parks. Es ist eine Stadt, in der ich mich wohlfühle, auch wenn das Zentrum eher ein architektonisches Potpourri ist. Leider wird der Fluss meistens von Beton verdeckt, der die dahinter oder eben davor liegenden Autobahnzubringer versteckt und die Stadt vor Lärm schützen soll.



Leider ist das Wetter nicht gerade „Super“. Dafür sind Regenbogen an der Tagesordnung. Das Wetter ist aber sehr schwierig vorher zu Sagen. Es kann da wo du gerade bist wie aus einem Gartenschlauch regnen, während 50 Kilometer weiter, super Wetter ist und kaum ein wölklein am Himmel zu sehen...Es kann aber auch passieren, dass es regnet und nach 20 Sekunden wieder aufhört und 5 Minuten später wieder Sonnenschein und somit auch gleich viel, viel wärmer ist. Somit habe ich es unterlassen, auf den Mount „Coot-tha“ zu fahren. Von da aus soll der „Lookout“ besonders gut auf die Stadt und Umgebung sein und bei guter Sicht sogar zu den Inseln „Moreton“ im Osten reichen. So gibt es relativ wenig Bilder der Stadt und wenn dann meistens aus dem Auto…Apropos Auto. Ich habe ja ein Auto hier, wie ihr wisst. An das Links fahren habe ich mich schnell gewöhnt und ist mittlerweile sogar „normal“! Am meisten Mühe hatte ich, mit der linken Hand den Ganghebel zu betätigen und zu schalten. Aber auch dies geht mittlerweile Problemlos, da ich ja bereits über 3500 Kilometer! damit gefahren bin…




Also mal was zu den Strassen…Freeways sind mit unseren Autobahnen zu vergleichen. Highways sind meistens zweispurige Landstrassen. Darauf gibt es immer wieder Möglichkeiten um zu überholen. Sie sind mehr oder weniger gut ausgebaut, manchmal aber auch nur eine elende, von tausenden von Schlaglöchern durchsetzte Fahrbahn, vielleicht auch nur eine unbefestigte Sand- und Schotterstrasse! Nachtfahrten sind aus verschiedenen Gründen nicht zu empfehlen. Die Sicht ist sehr schlecht. Es hat die sogenannten Roadtrains (riesige Sattelschlepper mit drei bis vier Anhängern) unterwegs und der Zusammenstoss mit den Tieren (Kängurus oder sonstiges Vieh)ist viel zu gross. Ab 17.30 Uhr ist es mehr oder weniger Dunkel und ab 18.00 Uhr ist es Nacht. Viele Autos haben deswegen einen „roo bar“ (zusätzliche Stossstangen) montiert, um den Aufprall abzufangen (wobei diese auch nicht viel bringt, wenn man mit 120 Sachen ein Känguru erwischt!). Auch Gitter vor den Scheiben ist keine Seltenheit . Diese sollen vor den Steinen schützen, die hier einem Wort wörtlich um die Ohren fliegen, abhalten und ein Bruch der Windschutzscheibe verhindern…



Mein Weg führt hauptsächlich über den Highway 1. Oder auch Bruce Highway genannt. Je weiter man nach Norden kommt, je weniger ist er befahren(ausser von den Roadtrains!). Der Highway führt durch ganz Queensland, mehr oder weniger der Küste entlang. Nur die Küste bekommt man eigentlich nie zu Gesicht. Man muss den Highway schon verlassen und durch eine der Städte fahren, wenn man an die „Beach“ möchte oder das Meer sehen will. Was einem aber durchaus auch passieren kann, ist das auf der Strasse vor einem auf einmal ein halbes Haus, mit so etwa 100 Sachen drauf, auftaucht! Siehe selbst:




Die Tierwelt in Australien ist sehr gross. Ich bekomme viel davon schon auf dem Highway mit, leider liegen da die Tiere am Strassenrand und sind tot…Von Koala Bären zu Kängurus, von Schlangen zu Vögeln, von Hunden zu Kojoten! Es ist extrem, wie viele davon an der Strassenseite, manchmal auch mitten auf der Strasse, liegen. So wechselt der Seitenstreifen immer wieder zwischen Totem Tier und zerplatzen Reifen der Autos oder Lastwagen. Hin und wieder ist es aber auch ein Schuh, der den Rand der Fahrbahn etwas bunter macht…Ist Euch eigentlich schon mal aufgefallen, dass wenn ein Schuh auf der Strasse liegt, es immer der linke ist? Lassen die Leute die Schuhe eigentlich absichtlich liegen? Ist dies so eine Art Aberglaube? Wollte mir schon oft ein paar Schuhe zusammen stellen, geht aber nicht, da immer nur der linke Schuh zu finden ist…
Im Gegensatz zu Indonesien, wird hier überhaupt nicht gehupt. In den 2 Wochen im Auto unterwegs, habe ich bisher nur einmal eine Hupe gehört! Selbst in einer Grossstadt wie Brisbane…Da kann noch so eine grosse Autoschlange sein, hinten anstehen und geduldig warten. Kein drängeln, kein hupen, kein hetzten…alles Easy eben…Nur besitzen auch die Australischen Chauffeur kein anderes Hirn…Es scheint also das gleiche auf der ganzen Welt zu sein, wie ich es in einem früheren Blog mit dem Chauffeur Hirn schon beschrieben habe!



Die Australier scheinen nur an den armen kalt zu haben…Zur Zeit ist Winter in Australien. Die meisten tragen aber kurze Hosen und dazu an langes Shirt, Kapuzen Jacke, ein Pullover oder etwas in der Art. Hauptsache lang arm…Dies hat mich zum Schluss gebracht, dass sie nur an den armen frieren ;-). Was hier aber „Pflicht“ ist, ist eine Sonnenbrille. Egal ob es regnet, dunkel ist oder auch mal die Sonne scheint, Hauptsache sie haben ihre Brille mit dunklen Gläsern auf der Nase! So gibt es diese Brillen auch überall zu Tiefstpreisen zu kaufen. Was es aber auf keinen Fall zu Tiefpreisen gibt, sind Zigaretten. Ein Päckli Marlboro kostet schnell mal 17 Franken! Dafür gibt es dann aber auch 25 Stück und nicht 20 wie bei uns…Dies habe ich noch in Asien/Indonesien für 10 Päckli bezahlt! (Nicht nur am Flughafen)



Zurück zu meiner Fahrt nach Airlie Beach, dem „Sprungbrett“ zu den Whitsunday Islands (74 Stück, alle im Great Barrier Reef gelegen, die eine Farbsymphonie in Grün, Weiss, Aquamarin und Türkis versprechen, also Bewaldete Inseln, Sandstrände und Meer. Aber dazu später, wenn ich dann da bin    :-), eigentlich bin ich ja da, aber noch nicht ganz vom erzählen her…).

Also, von Hervey Bay bis Rockhampton ist die zentrale Küste von Queensland und das provinzielle Herz. In den drei Städten Bundaberg, Gladstone und Rockhampton werden die Produkte des Umlandes verarbeitet und verschifft. Diese Produkte wären: Zucker, Rindfleisch, Baumwolle, Getreide und vor allem Kohle. Die grössten Steinkohle Reserven von Australien birgt das Hinderland von Mackay bis nach etwa 500 Km weitere Bowen. Aber auch andere Bodenschätze sind hier vergraben; westlich von Rockhampton findet man Saphire, Diamanten und Rubine. Bundaberg hingegen ist ein Synonym für Rum. Die Rum Distillery Bundaberg versorgt das ganze Land mit dem Stoff. In dieser Region dreht sich eh alles um den Zucker, der ja der Grundstoff dieses Destillats ist.
So habe ich auch eine Zuckerfabrik in Sarina besucht, die aus dem Zuckerrohr das weisse Gold herstellt. Dabei werden aber auch andere Produkte wie zum Beispiel Ethanol gewonnen. Dieses „Nebenprodukt“ wird dann wieder dem Benzin beigemischt. Es ist eine interessante Führung, die ich hier (mit Video) erhalte. Die einzelnen Schritte werden einem genauestens erklärt, inkl. Degustationen der einzelnen Stadien der Produkte und der Produktion. Wirklich informativ, auch wenn ich es eigentlich weiss, wie das weisse Gold hergestellt wird. Musste dies doch an der Abschlussprüfung zum Koch genau detailliert aufschreiben und erklären…also so eine Art Auffrischung für mich…;-)




Neben dem Zuckerrohr wächst in dieser Gegend aber auch Tomaten, Paprika, Kürbisse, Zucchini, Melonen und etliche weitere Feldfrüchte. Dieses Land hier zählt zu den produktivsten Anbaugebieten von Australien.




Gladstone hingegen ist eine richtige Industriestadt. Angeblich wurde hier ein neuer Tiefseehafen nur angelegt, um die Kohle aus dem Bowen Basin verschiffen zu können. Aber auch die landwirtschaftlichen Erzeugnisse des Hinterlandes werden hier verladen. Die jährliche Tonnage soll hier grösser sein, als die von Sidney. Ein moderner Boothafen für Ausflugsschiffe ist derzeit am entstehen. Die Region beherbergt auch die grösste Aluminium Fabrik der Welt. Also alles voller Industrie hier, trotz alle dem, hat die Region auch seinen Charme.

Mein Weg führt weiter nach „Rocky“. Wie die einheimische „Ihre“ Stadt Rockhampton liebevoll nennen. Aber auch eine andere, nicht weniger stolze Eigenbezeichnung lautet „Beef Capital of Australia“. Hier dreht sich alles um das Beef. So erinnern viele Statuen mächtiger Bullen an die Fleischlieferanten. Bereits am Eingang zu der Stadt wird man von einer solchen begrüsst.




So habe ich es mir auch nicht nehmen lassen, so ein Beef zu vertilgen. Ich habe im Ascot Stone Grill ein hervorragendes Rumpsteak gegessen. Es ist das kleine, das ich bestellte. Es hat aber immer noch stattliche 500 Gramm. Es wird einem sozusagen roh serviert auf einem heissen Stein. Ähnlich wie bei uns, einfach viel, viel, viel besser und viel, viel, viel günstiger. Ich bezahle inklusive 2 Cola und Pommes knapp 27 Franken!

Es geht weiter Richtung Norden auf dem Bruce Highway. Immer noch Pflastern die leider toten Tiere den Strassenrand zu. Daneben liegen die riesigen und weiten Rinderfelder. Das ich langsam aber sicher in die Gegend von Mackay komme, sehe ich daran, dass die Rinderfelder nun von den Zuckerrohr Feldern abgelöst werden. Zuckerrohr wo man hinsieht. So weit das Auge reicht. Links, rechts, überall Zuckerrohr. Mackay und seine Region produzieren über einen Drittel der gesamten Australischen Zucker Produktion. Auch hier soll ein künstlich angelegter Hafen die süsse Fracht in einem riesigen Terminal Lagern. Auch dies klingt wiederum nach unansehnlicher Industriestadt. Es ist aber eine ruhig gebliebene Provinzstadt, die mich ein paar Tage zum verweilen einlädt. In der umgebung gibt es einige, breite Sandstrände die kaum Besucht sind…Nur das Baden ist nicht wirklich ein Spass.



Die Quallen Zeit(die giftigen Würfelquallen vorallem) ist eigentlich vorbei. Doch es scheint dieses Jahr etwas länger zu gehen. So wage ich es (noch) nicht ins Wasser zu steigen, dies werde ich auf Whitsunday Islands sicherlich alles nachholen. Hier startet für mich das Great Barrier Reef. Dieses Reef erstreckt sich ja über 2500 Kilometer. Es soll aus 900 Inseln und 2900 Riffen bestehen. Es besteht aus Steinkorallen und Kalkalgen. Diese Korallen bilden die Lebensgrundlage für ein kompliziertes Ökosystem aus Mikroorganismen, Muscheln, Schnecken, Quallen, Seesternen und angeblich über 1500 Fischarten. Aber auch Schildkröten und Seevögel. Dies muss ich natürlich alles ausd der nähe sehen. So mache ich mich in Richtung Airlie Beach, dass das Sprungbrett für Whitsunday Islands sein soll, auf den Weg. Kaum da angekommen, wird man überhäuft mit Angeboten um die Inseln zu bereisen und zu besuchen. Ich gehe erst mal auf einen Camping Platz, um mir Bei der Wahl etwas Zeit zu lassen. Kaum auf dem Zeltplatz angekommen, werde ich auch bereits von einem einheimischen Tier begrüsst. Es ist bereits die zweite Begegnung einer solchen ungewollten Art. Die letzte hatte ich auf der Fahrt nach Mackay.



Ich habe mich zum Schlafen auf einen Platz bei einem Roadhouse (Raststätte) für Lastwagen hingestellt. Als ich Nachts das Bedürfnis verspürte, etwas Wasser los zu werden, bin ich aus dem Wagen gestiegen und wollte Richtung Toilette laufen. Aus dem dunkeln springt mir auf einmal eine Art Hund entgegen. Kurz vor mir hält dieser an und nun sehe ich, dass es gar kein Hund ist, sondern ein Kojote, dem der Saft im Mund schon zusammenzulaufen scheint. Er begrüsst mich höfflich mit seinen blanken Zähnen. Ich erwidere seine freundliche Begrüssung in dem ich ihm meine Cola Dose hinstrecke (war ein reiner Reflex!). Dies scheint aber angeblich seine Wirkung zu zeigen. So verschlafen ich auch noch bin, sehe ich dass er seinen Mund langsam schliesst und genüsslich an der Dose schnuppert. Ein kleiner Small Talk von mir zu ihm und er verschwindet, so unbehelligt wie er gekommen ist, auch wieder in der Dunkelheit. Dieser Small Talk wirkt auch auf dem Campingplatz bei diesem Tier hier





Wunder. Aber nicht nur bei den Tieren. Der Small Talk spielt eines der wichtigsten Rollen im Alltagsleben der Australier. Es ist wie ein Ritual wenn man Leuten begegnet, sich kurz auszutauschen. Ob man die Leute kennt oder nur flüchtig tut nichts zur Sache. Eine kleine Plauderei übers Wetter oder über das vergangene oder kommende Wochenende, über die Arbeit, egal, es gehört dazu. Vielleicht noch ein Kompliment dazu und die beiden Parteien ziehen glücklich weiter. Komplimente wie :“Well done“ oder etwas in der Art, hört man hier sowieso viel öfter als bei uns. Es mag noch lange nicht perfekt sein, was der andere geleistet hat, aber die Anstrengung wird honoriert. Immer erst mal das positive herausstreichen, so die Strategie der „Aussie`s“. So wird immer ein angenehmes „Klima“ geschaffen. Dies macht den Australier für uns doch auch so freundlich und zugänglich. Der Hang zur ungezwungenen und zur unverbindlichen Plauderei. Wenn man es aber bei einem guten Morgen oder guten Tag bewenden lässt (man kennt sich ja nicht…), kann man schnell als steif und zugeknöpft oder sogar unfreundlich wirken!




Mit Kritik hingegen tun sich die „Aussie“ sehr schwer. Lieber die Faust im Sack machen und wenn der andere Weg ist, über Ihn schimpfen. Ich glaube das dies an ihrem Individualismus liegt. Wer bin ich, dass ich meinem Nachbarn sagen kann, dass er dies falsch gemacht hat? Der Eindruck „es sind alle so locker und ungezwungen“ (basierend auf Small Talk), kann einen Europäer leicht ins Fettnäpfchen treten lassen. Seine Ehrliche Meinung sagen kommt hier nur gut an, wenn man es in eine gehörige Portion Selbstironie und Humor verpackt. Die Direktheit kommt hier sollten gut an. Ohne das man es merkt, tritt man in solche Fettnäpfchen. Schlimmstenfalls ziehen sich die flüchtig Bekannten von einem zurück, und man hat keine Ahnung warum…Aber eben, der Small Talk hat mich vor schlimmerem sogar bei Kojoten und Riesigen Echsen bewahrt! Man gewöhnt sich relativ rasch an diese kurze Unterhaltungen und kurz darauf gehören sie einfach zum Leben in Australien.



Doch zurück zu Airlie Beach. Das Wasser hier verlockt zum Segeln und Inselhüpfen. Das Türkis und Aquamarinblaue schimmernde Wasser bildet eine der schönsten Küsten von Queensland. So muss man einfach eine Bootstour zu den Inseln machen. Ich habe mir eine Bootstour, da der Segelkatamaran leider für 4 Tage überholt wird mit dem ich eigentlich auf See stechen wollte, zu 4 Inseln gebucht. Es geht über morgen früh am Morgen los. Es beinhaltet aber das wichtigste, den Whithaven Beach. Dieser soll ein unglaublich weisser Sandstrand von mehreren Kilometern (etwa 7) haben. Ich bin schon mehr als nur gespannt. Falls mein Ohr dann noch besser werden sollte muss ich unbedingt Unterwasser. Was besseres wie das Great Barrier Reef findet sich kaum auf dieser Welt! Airlie Beach hat keinen nennenswerten Beach wie der Name verspricht. Dafür gibt es eine grosse, geschützte Salzwasserlagune die künstlich angelegt worden ist. Hier kann man dafür quallenfrei baden! Es werden hier aber auch das letzte stücken Platz und Erde (auch der ganze Hang) zugebaut. Hier wird von den Seglern und den „Backpacker“ die Nacht zum Tag gemacht…

Auch sowas nennt sich zur Zeit mein Nachbar!


Das nächste Mal werde ich Euch dann von meinem Ausflug, vielleicht sogar von der Unterwasserwelt berichten ;-). Also bis bald…

Dienstag, 29. Juni 2010

Der ungewöhnliche Weg nach Australien…

Ich habe die längste Reise meiner Reise hinter mir. Ich bin in „Down Under“ , genauer in Brisbane- Queensland, gelandet. Der Weg von Bali wäre eigentlich nicht so lang und weit. Wäre…ich bin von Denpasar nach Singapur geflogen. So wie geplant. Naja, fast wie geplant, habe eine Maschine früher nach Singapur genommen. Aber auch eine Woche früher :-). Der Grund für die frühere Maschine war der, dass ich in Singapur genügend Zeit zum umsteigen hatte. Umsteigen nicht wie vorgesehen nach Brisbane, sondern nach Zürich! Ja genau, nach Zürich. Ich habe nämlich eine A380 genommen und bin nach Zürich geflogen . Damit dies möglich war, musste ich in Singapur das Gepäck entgegen nehmen und durch die Zollkontrollen. Dann wieder einchecken und wieder durch den Zoll. Das ganze ebenfalls auf dem Rückweg. Deshalb die frühere Maschine… Der Grund für diese „komplizierte“ Reiserei? Mein Schatz hat mich nach Hause eingeladen. So habe ich kurzerhand mein Programm um 10 Tage nach hinten verlegt und ein Stopp in der Schweiz gemacht! So durfte ich mein erstes Geburtstags Geschenk schon etwas früher entgegen nehmen und geniessen (aber so auch länger!). Auch der lange Weg zurück habe ich genossen und die beiden A380 Flüge werde ich wohl nie vergessen. Somit kann ich nur sagen, das Geschenk war der volle Erfolg für mich :-). Danke nochmals Schatz! Der lange Weg, vor allem zurück, hat sich für mich also mehr als gelohnt. Es war eine super Zeit die paar Tage zuhause…;-)




Aber zurück zu Australien. Die Einreise in dieses Land verlief ziemlich Problemlos. Ziemlich. Es gab schon das eine oder andere…Das Visum für Australien habe ich bereits bei der Buchung vom Reisebüro erhalten. So habe ich beim Einchecken in Singapur nur noch die Einreisekarte mit den üblichen Fragen darauf erhalten. Da ich etwas Zeit in Singapur hatte bis es mit dem Flug nach Brisbane weiter ging, habe ich die Karte schon mal ausgefüllt. Alle Angaben habe ich ganz Pflichtbewusst ausgefüllt. Passnummer, Ausstellungsort, gültig bis, Grund der Einreise und Aufenthalt usw. Auch den Beruf wollten sie wissen. Aber dazu später. Auch was für Waren ich einführe. So habe ich, wie gesagt, Pflichtbewusst wie ich bin, bei der Frage nach Lebensmitteln ja angekreuzt. Ich habe mir nämlich in Singapur ein paar Donuts mit den letzten Singapur Dollars geleistet. Versuche ja immer so wenig Geld wie möglich aus einem Land auszuführen. Brauche dies ja nicht mehr, als aufbrauchen…

Soweit so Gut. Der Zoll wollte nun wissen, welche Lebensmittel ich den Einführe. So habe ich dies dem Zoll mitgeteilt und musste in eine „Spezielle“ Reihe einstehen. Der Zollbeamte, der für die Einfuhr von Lebensmittel zuständig ist, meinte er würde lieber ein Donut Essen, als diese zu Kontrollieren und hat mich gebeten, wieder in die „Normale“ Reihe einzugliedern. Bei der „Normalen“ einreise wird man am Schluss von speziell ausgebildeten Sprengstoff und Drogen Hunden kontrolliert. Diese fanden weder Sprengstoff noch Drogen bei mir, aber halt die Donuts…Wusste nicht , dass solche Hunde so auf Süsses abfahren. Nach dem die Hundeführer ihre Vierbeiner wieder beruhigen konnten und die Menge um mich nicht mehr ganz so fest wie ein schwer Verbrecher ansahen, durfte ich einreisen…



Doch es gab noch etwas mehr „Gelächter“ am Zoll. Auf meiner Einreise Karte, die ich doch so Pflichtbewusst ausgefüllt hatte, hat sich bei mir ein kleiner Schreibfehler eingeschlichen. Kleiner Fehler mit grosser Wirkung könnte man sagen. Ich wurde nämlich nach meinem Beruf gefragt. Da ich nicht unbedingt „eid.dipl.Restaurateur“ hinschreiben möchte und mich auch kaum so nenne, habe ich natürlich Koch geschrieben. Oder eben Cook. Naja Cook wäre ja richtig, wenn mir der Schreibfehler nicht passiert wäre…So habe ich nämlich „Cock“ geschrieben. Also das zweite „O“ nicht ganz fertig gemacht könnte man sagen. Eben, kleiner Fehler, grosse Wirkung. (Für die nicht Englisch sprechenden Personen: Frei über setzt nach mir ; Cock = Hahn :-), das Wort wird aber für sehr viele „Sachen“ eingesetzt ). Bei der Zollbeamtin hat dies jedenfalls einen längeren Lachanfall ausgelöst. So dass sie mit mir ein wenig „gewitzelt“ hat und dann meinte, nun brauche sie doch eine Pause und verschwand lachend hinter einer Türe…Da wurde ich zum ersten Mal von der ganzen Einreisenden „Meute“ komisch angesehen… Die Schlange hinter mir, war nicht gerade klein. Trotzdem mussten diese auf die anderen Schlangen sich aufteilen…. Aber alle sind einfach „gut drauf“ hier. Kein „Stress“. Kein „Gehetze“. Kein „drängeln“ . Alles „Easy“. Und es funktioniert trotzdem!



Ich habe am nächsten Morgen mein Auto abgeholt. Mein Auto wird zugleich mein „zuhause“ sein für den nächsten Monat. Es ist ein umgebauter Opel Combo. Anstelle der Lager-/Lieferfläche hinten sind diverse Sachen eingebaut worden. So habe ich Camping Tisch, Stühle, Camping Kocher, kleines Vordach, Kissen, Schlafsack, Schlafmatten usw. immer bei mir. Auch mein Gepäck soll ja irgendwo mitfahren. Ausserhalb der (Gross-)Stadt ist es wie ich es beschrieben habe bei der Ankunft. Alles Easy! So werde ich vom Taxichauffeur mitten in eine Wohnsiedlung gebracht. So sehen wir uns etwas überfragt an, aber als ich den Combo auf einer Garageneinfahrt sehe, weiss ich dass wir hier richtig sind. Ich steige also aus und gehe zu dem Haus. Eine Klingel kenne die hier eh nicht. So ruft man halt mal von der Terrasse aus ins Haus bis sich mal wer meldet. Ich werde gebeten auf der Terrasse Platz zu nehmen und mir den Vertrag nochmals durchzulesen. Anschliessend Fahrzeug erklären, nach Beulen und Kratzern Suchen, damit diese ins Protokoll kommen können, und die Übergabe ist perfekt. Nur „Herrscht“ hier Linksverkehr und an den, muss ich mich erst mal gewöhnen…Dank dem installierten „Navi“ auf dem Handy finde ich auch wieder zurück ins Hotel. (P.S.: Danke Sis!).



Ich bin ein wenig durch die Stadt gefahren um mich an alles zu gewöhnen. Nach kurzer Zeit habe ich mich schon voll daran gewöhnt und komme auch mit dem Verkehr der Grossstadt zurecht. Heute war ich auch mal an einer der vielen Beaches. Sind hier alle echt cool gemacht. Grosse Parkplätze, Spielplätze, Grillplätze, Spazierwege…alles vorhanden. Echt cool. Und eben, alles „Easy“!



Hoffe werde bald wieder Zugang zum „WWW“ haben um mehr von Australien zu berichten. Naja, der Zugang wird wahrscheinlich weniger das Problem werden als die „Power“ für den PC…



Hope see you soon!

Montag, 14. Juni 2010

Einmal quer durch Bali und zurück…

Der Tag beginnt, wie jeden Tag, mit einem sehr herzhaften, üppigen Frühstück. Auf dem Tisch stehen diverse Konfitüren, Honig und Butter. Toastbrot, niedliche, kleine Gipfel und ein Süssgebäck. Es ist so eine Art Schnecke in Kleinformat, ohne Füllung, aber mit einem leichten Überzug aus Zuckerguss. Es steht ausserdem Wasser, Orangensaft, Kaffee, Tee und diverses frisches Obst auf meinem kleinen engen Tisch, der ganz am Fenster steht, damit ich auch beim Frühstück die gesamte Aussicht geniessen kann.

Die Sonne scheint bereits. Zum Glück nicht direkt in den Frühstücksraum. Es ist bereits sonst schon mehr als genügend heiss hier. Auch wenn Ventilatoren an der Decke, unbeirrt durch die schwüle Hitze, ihre Runden drehen, um etwas kühle Luft auf mich und meinen Tisch zu bringen. Helfen tut dies allerdings sehr wenig…




Mein Blick ist gerade aus gerichtet und meine noch müden Augen sehen Richtung Denpasar. Auch wenn die Stadt wie im Nebel liegt, kann ich die Stadt in der Smogwolke (und dies bereits am frühen Morgen!) erkennen. Da werde ich in ein paar wenigen Minuten langfahren. Ich versuche eine Strasse von hier aus zu erkennen, um meinen Weg durch Bali ausfindig zu machen. Doch keine Chance bei der dichten Dunstwolke, die aus Smog, Rauch und Nebelschwaden besteht…

Mein Blick dreht sich nun nach links, damit ich vielleicht im klaren Wald das eine oder andere „Frühaufsteher-Tier“ erkennen kann. Doch ich sehe direkt auf den Pool. Eine Vorfreude auf das kühle Nass kommt unweigerlich in mir auf. Es ist wie zu einem Ritual von mir geworden hier auf Bali. Aufstehen, „Skypen“ mit meinem Big Schatz (sie sollte nun endlich von der Arbeit heimgekehrt sein), Frühstücken gehen, Badeklamotten anziehen, Badtasche packen und ab in das noch so angenehm kalte und erfrischende Wasser! Es ist den ganzen Tag erfrischend und kühl, aber nur die erste Berührung am Morgen mit dem kostbaren Gut ist so speziell und traumhaft. Die Natur beginnt nach und nach zu erwachen. Das Wasser ist von der brütenden Sonne bereits erfasst (bereits 31 Grad), aber noch nicht aufgeheizt. Diese Erfrischung kannst Du nur am Morgen erleben. Die ersten Vögel, Libellen, Fliegen, Bienen und Ameisen versammeln sich allmählich um den ganzen Pool. Es kommt mir so vor, als ob dies nicht nur für mich ein allmorgendliches Ritual ist. So muss man schon mal aufpassen, dass man den Kopf nicht mit einem Vogel, der gerade sein Frühstück knapp über der Wasser Oberfläche fangen will, kollidiert. Als der Vogel schon seinen Anflug auf sein Opfer beginnt, scheint er mich noch nicht zu bemerken. Der Anflug beginnt weit weg über dem Wald. Er fliegt mit hohem Tempo knapp über die Wasseroberfläche und reisst sein Schnabel so weit auf wie er kann, so dass es den einen oder anderen Wassertropfen in sein kleines Mäulchen schafft, aber eben auch direkt auf mich zu. Als er mich bemerkt fliegt er eine „Steilwand Kurve“ nach rechts. Dies in einem Winkel, der mich, auch so erschrocken ich bin, gleich die Frage aufkommen lässt, wie viel „G“ der zierliche Vogel und sein Körper zur Zeit wohl aushalten müssen. Jeden Morgen ein neues solches Erlebnis. Mal mit einem Affen, der mich vom Pool Rand aus beobachtet, um sobald ich im Wasser bin, sich an meiner Tasche zu vergehen versucht. Zu meinem Glück bringt er diese nicht auf. Einmal mit einer Libelle, der es etwa ähnlich ergeht wie dem kleinen Vogel. Mal mit einem Vogel der sich ebenfalls ein morgendliches Bad gönnt und so erschrickt als er mich entdeckt, dass er fasst ersäuft. Jeden Tag gibt’s was neues… Doch für einmal wird mir dies heute verwehrt bleiben. Durch die Aufregung, heute noch mehr des Landes und seinen Einheimischen zu sehen und kennen zu lernen, empfinde ich es kaum schlimm, dass mein heutiger Tag für einmal etwas anders beginnt und ich das kühle Nass aus der Duschbrause für einmal auch nicht ohne finde….




So geht es Richtung Landesinnere, in einem Geländewagen mit getönten Scheiben, los. Auch früh am Morgen sind die Strassen in Richtung Denpasar sehr gut befahren. Dies hatte ich aber auch nicht anders erwartet… Wir fahren nicht ganz bis nach Denpasar, sondern biegen kurz davor Richtung Sanur ab. Die Route beginnen wir also im Osten von Bali. Das „Ziel“ wird der „Lake Batur“ mit seinen Vulkanen sein. Wir fahren der Küste entlang Richtung Semarapura. Unterwegs durchfahren wir diverse kleine Dörfer. Jedes Dorf ist auf ein spezielles Handwerk ausgerichtet. So gibt es Dörfer mit unzähligen Holzschnitzern, Steinhauer, Ziegelsteinhersteller, Maler, Gärtner, T-Shirt Verkäufer (;-)) oder aber Silberschmuck Hersteller und und und…




Was es aber überall hat und gibt, sind die tausenden von Tempel. Es ist echt der Wahnsinn, wie viele dieser kleinen bis übergrossen Tempel man vorbei kommt. Jedes Dorf Besitz unzählige davon. Von halb eingestürzt bis super gepflegt und mit viel Liebe in Schwung gehalten. Ein schöner Anblick.



Mein Chauffeur und Reiseleiter erklärt mir zu jedem Dorf etwas kleines. Auch zu den Tempeln und den Menschen, denen wir begegnen, weiss er etwas zu erzählen. Es ist sehr interessant und Aufschlussreich. So erfahre ich sehr viel über die Glaubensrichtungen der Balinesen. Ich darf, da ich Glück habe und Sonntag ist, in einem grossen Tempel, neben dem Sitz des Oberhauptes, 1 1/2 Stunden den ganzen Zeremonien und gebeten beiwohnen. Mir wird sogar ein reinigendes Bad angeboten und auch an den gebeten könnte ich teilnehmen. Auch wenn es für mich eine grosse Ehre ist, entschliesse ich mich von der Seite das Ganze zu beobachten und zu geniessen…





Es ist eine unglaublich interessant und eine Erfahrung, die ich sicher nie mehr vergessen werde. Werde aber auch hier, nicht näher darauf eingehen, so eindrücklich dies auch war!




Wir fahren weiter Richtung Berge und Vulkan. Je näher wir dem kommen, desto mehr Wolken kommen auf. Ich ahne es bereits, wenn wir dann auf dem Pass ankommen, wird es bestimmt Regnen. Mein Reiseleiter meint zwar, dies wird nicht der Fall sein, doch er kann meine Meinung nicht ändern. Er fragt mich nach einem Kaffe, dem ich sehr gerne zustimme.



Wir halten mitten in einem Waldgebiet an und steigen aus. Herrlich, was ich hier alles finde. Von Vanille über Kaffee bis hin zu diversen Früchten. Selbst Tabak wird hier angebaut. Mir wird die ganze Kaffee Verarbeitung bis zum fertigen Trinkgenuss näher gebracht. So kann anschliessend die ganze Palette von Ihren Köstlichkeiten probieren.


Ja genau, dies wird für eine Spezialität, für die die Schweiz bekannt ist, gebrauch!
Nein, "nicht wer hat's erfunden" sondern das ist Kakao für unsere Schoggi :-)!

Und dies wird die beliebte Vanille dazu...

Es gibt balinesischen Kaffe, Ginger Kaffee, frischer Kakao, Ingwer Tee, und Zitronengras Tee. Auf dem Tisch steht eine Art Gewürzdose. Daneben liegt kleines Papier und Streichhölzer. Als ich es näher betrachte, erkenne ich, dass es Tabak ist, das in der Dose vor sich hin trocknet. So wird mir sogar eine Zigarette gedreht von der eigenen Plantage.


Dies wird mal Kaffee...


Der Duft ist Unverkennbar !


Alles wird mir genauestens erklärt und ich sehe anscheinend voll interessiert aus. Ich stelle auch nicht gerade wenig fragen… Entweder sind die Menschen hier wirklich Gastfreundlich oder sie sind einfach froh, wenn ich wieder gehe. Denn ich werde von den Plantagearbeitern eingeladen!...


Dies nenne ich Mal ne Papaya !


100% Max Havelar!


Nach etwas mehr als 20 Minuten Autofahrt erreichen wir die Passhöhe. Und ich hatte recht behalten. Es regnet! Kaum angekommen, fallen die ersten Tropfen. Der Blick auf den „Lake Batur“ ist trotzdem ein sehenswerter. Die Lange Fahrt hat sich mehr als gelohnt. Der See wird von verschiedenen Vulkanen umgeben und die Lava ist hier überall.





Selbst wenn man sich hinsetzt, wird nach wenigen Minuten der Hintern mehr als nur warm… Kaum sind wir wieder am zurückfahren, wird es dann auch schon wieder viel besser mit dem Wetter. Wir wählen aber eine ganz andere Route um zurück zu gelangen. Wir wollen ja noch die unzähligen Reisfelder besuchen. Diese lassen auch nicht lange auf sich warten und wir fahren mit dem Geländewagen quer durch die ganzen Anlagen bis zum Elternhaus meines Chauffeurs. Hier wird mir die harte Arbeit der Reisbauern eindrücklich näher gebracht. Es ist ein echt harte Arbeit, die die Reisbauern jeden Tag(Ein Reisbauer kennt kein Ruhetag) vollbringen.






Nach etwas mehr als 9 Stunden unterwegs komme ich zurück in mein Hotel. Es war ein superspannender, lehrreicher, interessanter und zugleich faszinierender Tag. Kein Wunder bin ich komplett erschöpft und Falle gleich ins Bett.



Die nächsten Tage bin ich etwas ruhiger angegangen, wie ihr sicherlich auch bemerkt habt. Meine Gangart ist nun etwa auf dem Niveau von den Balinesen. Sehr, sehr, sehr gemütlich. So kann es schon mal sein, wenn man beim Frühstück um etwas bittet, die Antwort bekommt: “Ach heute Nachmittag ist dies bestimmt bereit.“ Aus dem heutigen Nachmittag werden dann gerne mal 4 weitere. Naja, sagen wir mal so, ein Schnecken Rennen würde ich bestimmt noch gewinnen, doch bei einem Ameisen Rennen könnte das ganze schon schwieriger werden…




So habe ich mir ein wenig Zeit am Pool, am Strand oder im Dorf von Nusa Dua gegönnt. (Wollte zwar noch Unterwasser, aber meine Erkältung und die Ausrüstung die ich bei der angeblich besten Tauchbasis vorgefunden habe, habe mein vorhaben etwas nach hinten verschoben). So habe ich in 4 Tagen zwei komplette Bücher gelesen. Meine Seele so richtig baumeln lassen und die Stadt Nusa Dua etwas näher betrachtet.



Dabei hatte ich auch etwas Zeit das Hotel etwas näher unter die Lupe zu nehmen. Je mehr Zeit ich im Hotel verbringe, umso mehr fällt mir das eine oder andere auf, das nicht ganz so läuft wie es sollte. Aber ich bin ja auch nicht als Gastro Kritiker unterwegs, sondern bin und bleibe ein Tourist. Ich nehme das meiste mit einem Lächeln zur Kenntnis und störe mich nur wenig an den meist kleinen Lappalien. Vielleicht habe ich mich doch mehr an die balinesischen Leute angepasst als ich Dachte? Hier wird niemand öffentlich zurecht gewiesen. Eben höchstens mit einem Lächeln wahrgenommen. Es wird im Strassenverkehr sehr viel gehupt, aber niemals um den anderen Verkehrsteilnehmer zurecht zu weisen. Um nur ein Beispiel zu nennen.




So habe ich auch auf meinem Weg durch Bali etwas neues im balinesischem Strassenverkehr kennen gelernt. Wenn man eine Kreuzung, die in alle Himmelsrichtungen Aus- und Einfahrten hat, gerade aus überqueren möchte, schaltet man den Pannenblinker ein und alle wissen, dass man die Kreuzung überqueren möchte. Schon kann man unbedacht das ganze vollziehen.


Mal ein etwas anderer Kreisel !!!


Aber zurück zu Nusa Dua. Die Stadt hat mehrere kleine Dörfer der einheimischen und eine Stadt der Touristen. In die Touristen Stadt kommt man wie immer und überall nur hinein, wenn man den Security check über sich ergehen lässt. Der ist hier noch moderner als ich ihn bisher gesehen habe. So fährt das Auto direkt auf eine der 3 Rampen, um sich von unten durch Videokameras durchsuchen zu lassen. Das Auto wird inspiziert, so dass man gelegentlich sogar dafür aussteigen muss. Dann gelangt man in die eigentliche Touristen Stadt. Bereits auf dem Vorplatz wird das Auto erneut unter die Lupe genommen. Sobald man ausgestiegen ist und in die Stadt (naja, eher ein saumässige überteuerte Einkaufsstrasse) hinein gehen möchte, der nächste Security check. Taschen müssen abgegeben werden, damit diese untersucht werden können. Man selbst geht durch einen Metalldetektor, wie wir es vom Flughafen kennen.



Kommt man dann in das innere dieser „Stadt“(genannt Bali Collection), findet man zahlreiche Restaurant aus allen Kontinenten und Geschäfte der bekanntesten Surfmarken, Sportwaren Hersteller oder Kaffeebude mit Selbstbedienung der bekannten Company die mit Stern beginnt und mit bucks aufhört…Jede Menge Souvenirs(ein Souvenir Laden sogar mit über 1000m2), ein Einkaufcenter, diverse Lebensmittel Läden und Hotels usw. Das ganze wird auch durch ein enorm grossen Golfplatz, der alles andere wie balinesisch aussieht, umgeben. Ich sehe hier ein T-Shirt, das ich bereits in Yogyakarta gesehen habe. Nur kostet dies hier mehr als nur ein vielfaches (IDR 15‘000 in Yogyakarta, IDR 120‘000 in einem Geschäft von Bali Collection), mehr brauche ich wohl nicht mehr zu sagen…(ausser vielleicht IDR= Indonesische Rupie ;-))

Etwa 5 Gehminuten von Bali Collection entfernt, wird es dann bei jedem Schritt wieder etwas authentischer. So sehen die Strassen auch wieder nach balinesischem Stil aus. Die Restaurants sind auch wieder mit einheimischer Küche bestückt, auch wenn hier auf der Speisekarte das eine oder andere chinesische, japanische oder europäische Gericht gefunden wird. Auch ein Biergarten finde ich hier. Wie ich später heraus finde, gehört dieser einem aus dem Süd-Schwarzwald stammenden (Spitzen-)Koch, der seit mehreren Jahren auf Bali in Nusa Dua lebt, eine“ Balinesierin“ geheiratet hat, 2 süsse Kinder grosszieht und mittlerweile eine kleine Restaurant Kette auf Bali besitzt. Das Essen ist echt gut und preiswert. Also das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt für mich.



Auf der gegenüberliegenden Strassenseite gibt es eine sehr schön gemachten Garten. Umgeben von einem kleinen Teich mit ganz vielen Fischen darin. Man sitzt im freien so unter einer Art Haus. Alles ist aus Bambus gemacht. Es läuft hier wenigsten einheimische Musik (wenn auch mit Bob Marley gemischt) und die Speisekarte gibt es auch nur in einer Sprache. Das Bier kostet hier weniger wie im Supermarkt von Bali Collection! Um genau zu sein, fast die Hälfte! Man wird erst noch bedient, kriegt ein Glas aus dem Tiefkühler (was hier echt super ist, denn es braucht nicht lange, bis das Bier die Temperatur des warmen Glases angenommen hat) und einen Flaschenkühler dazu! (Gleiche Sorte und Grösse des Biers)…Wieder ohne Worte!

Die balinesische Küche ist nach meinem Geschmack. Selbst für meinen Gaumen etwas zu scharf, so dass es nicht gerade Ideal für meinen „kranken“ Magen ist, aber was Solls, ich Habs gern… :-) und Preisgünstiger wie die Touristen Buden ist es ja sowieso.



Trotzdem konnte ich nicht wiederstehen, in Bali Collection in ein italienisches Restaurant zu gehen um deren Holzofen Pizzen zu testen. Es stehen viele Teigwaren-, Risotto-, Fleisch-, Fischgerichte und Meeresfrüchte Spezialitäten aus Italien auf der Karte. Ich bestelle eine Pizza. Aber so einfach möchte ich es denen dann doch nicht machen und lasse das Ganze als Calzone mit diversen Extras servieren, vorneweg nehme ich einen Caesar Salat. Nach dem ich ein kühlen „Waschlappen“ und mein Glas balinesischer Rotwein bekommen habe, wird mir ein Brotteller mit Butter und der Salat serviert. Die Sauce schmeckt echt genial, da könnte so manche Beiz in der Schweiz oder Italien sich das Rezept geben lassen…Dann die Pizza. Wiederum nichts auszusetzten. Es stimmt alles, es wird so serviert wie ich es bestellt habe, mit einer perfekten Calzone Form. Der Teig schmeckt ebenfalls wie in Italien. Da kann es nur sein, dass ein europäischer Koch am Werk war…Pech oder eben Glück gehabt?

Der Aufmerksame Leser hat sicher schon gemerkt, dass ich es trotzdem tue! Bin ich doch wieder, auch wenn unbewusst, Gastro Kritiker…Wir Gastronomen sind und bleiben halt die schlimmsten Gäste! ;-) (Ich gebe es wenigsten zu…)

Wenn ich bei jemanden Privat eingeladen bin, ist dies komischer Weise nie der Fall. Oder auch bei mir zu Hause nicht. Schnelle, einfache Küche ist da genau so beliebt, wie ein ausgewöhnliches Menü zuzubereiten für Gäste oder auch mal „nur“ für meinen Schatz und mich. (Nur lässt sie mich nicht gerne alleine in der Küche, warum auch immer :-))

Ich bin ja nicht der Typ der sagt: „He alte, bring mir noch ein Bier wenn du schon nicht geputzt hast weil du lieber im Kaffeekränzchen dich über die anderen lustig gemacht hast und noch zum Friseur musstest um gleich im Geschäft nebenan noch 5 weitere Paar Schuhe zu kaufen!“ .

Ich glaube bei mir würde dies eher so klingen: „Du Schatz, da Du gerade stehst und in Richtung Küche läufst, wärst Du dann so lieb und würdest mir mein Feierabend Bier mitbringen? Ich helfe Dir danach (nach Tageschau und Sportschau)auch gerne im Haushalt, dass dieser schnell gemacht ist und wir uns noch einen schönen Abend im Kino machen können!“

Ich hoffe doch das mich mein Schatz, wenn ich ihn dann endlich wieder in den armen habe, nicht korrigiert und sagt bei Dir klingt dies eher so: „…“!


WM Eröffnungsfeier auf Bali !!! (leider ohne Ton)


Wie auch immer es klingt, ich werde meine Zelte in Bali eine Woche früher als geplant abbrechen. Nicht, dass es mir hier nicht gefallen würde, nein, es hat einen ganz anderen Grund. Dieser hat wiederum mit meinem Schatz zu tun. Ich habe nämlich bereits mein erstes Geburtstags Geschenk von ihr erhalten. Ich werde schon bald eine etwa 100 stündige Reise (alles in allem gerechnet) in der eigentlichen Reise antreten. Ich freue mich tierisch darauf. Mehr möchte ich an dieser Stelle eigentlich auch nicht verraten, ausser, dass ich dem einen oder anderen von Euch näher sein werde, als es im Lieb sein könnte...Im nächsten Beitrag werdet ihr bestimmt die Lösung finden, nur kann es gut sein, dass der nächste Beitrag erst in 1 bis 2 Wochen Online ist. Denn ich bin bereits fast am packen um zu Reisen…