Freitag, 30. Juli 2010

Von Australien nach Guam oder ich und die Behörden!!!

Das letzte Mal als ihr von mir gehört habt, habe ich euch versprochen von meinem Ausflug und eventuell von der Unterwasserwelt zu berichten. Dieses Versprechen werde ich in diesem Blog einlösen…Aber ich habe noch ganz viel mehr zu berichten, denn ich habe so einiges erlebt. Das eine oder andere positive war sicher dabei, aber ich hatte doch so einigen Ärger! Die Einreise in die USA war sehr schwierig und mit so manchem Erlebnis verbunden, angefangen haben diese Erlebnisse eigentlich schon in der Schweiz, dann in Australien und die grössten bei der Einreise in die USA. Aber der Reihe nach…



Ich habe also mein Ausflug in Angriff genommen. Früh morgens, als sogar die Sonne noch geschlafen hatte, ging es los. Mit rund 15 Minuten Verspätung wurde ich dann von meinem Reisebus, der mich zum Hafen bringen sollte, abgeholt. Ich habe Airlie Beach für einmal so gesehen, wie ich es nie mehr gesehen habe. In die hintersten Ecken sind wir gefahren um Leute abzuholen. War interessant zu sehen, was es hier sonst noch für Übernachtungsmöglichkeiten gibt, ausser dem Zeltplatz, wo ich mich nieder gelassen hatte.



Am Hafen angekommen, kurz meinen „Voucher“ gegen Tickets einlösen und schon heisst es einsteigen. Die Fahrt zu der ersten Insel beträgt etwa 25 Minuten. Wir fahren aus dem Hafen heraus und ich sehe mir das hügelige Gelände rund um Airlie Beach an. Die Hügel sind von den Wolken wie mit einer Decke zugedeckt. Es scheint, als Schlafen selbst die Hügel noch, kuschelig in ihre Decken eingepackt. Herrlich dieser Anblick, sieht echt cool aus.



Auf der ersten Insel angekommen (Daydream Island, 10 ha gross) gibt es erst mal ein riesiges Frühstück. Das Frühstücksbuffet ist enorm gross. Mit ganz vielen frischen Früchten, frisch zubereiteten Eiern in allen Variationen. Eine grosse Ecke mit im Haus gebackenem, mehr als frischem Brot. Das Ganze ist im Restaurant im Erdgeschoss des Resorts auf der Insel aufgebaut. In diesem Resort wollte ich zuerst für ein paar Tage mich niederlassen. Dass ich es nicht getan habe, bereue ich nicht. Es ist zwar ein Mega schönes Hotel.



Mit einer super Pool Landschaft. Selbst ein eigenes Reef, mit diversen (Raub-) Tieren, ist für die Gäste angelegt worden. Das Reef geht um das ganze Restaurant und zu einem Teil der Pool Landschaft. Hier wird den Gästen das Leben der Korallen, der vielen Tiere vom Great Barrier Reef näher gebracht. Für meine Verhältnisse jedoch, eher zu klein für die zahlreichen, auch schon grösseren, Tiere. Viel machen kann man aber auf der Insel nicht. Natürlich, sich Sonnen am Strand oder am Pool oder dem Treiben im künstlichen Reef zusehen. Was ich mir in der Gut 2 stündigen Aufenthaltszeit zur Hauptbeschäftigung mache. Es gibt aber auch frei lebende Kängurus auf der Insel. Diese vergnügen sich gemütlich am Strand, als ich mich dort hin begebe um ein paar Fotos zu knipsen.




So geht es weiter zur nächsten der vier Inseln die ich heute Besuche (Hook Island, die zweitgrösste Insel der Gruppe). Wir fahren rund 45 Minuten bis dahin. Da angekommen, werden wir in 2 Gruppen eingeteilt. Die erste Gruppe, in der ich mich befinde, gehen zuerst mal Schnorcheln. Da es aber gut und gerne 30 Personen sind, die sich gleichzeitig ins Wasser stürzen und eher die Fische verscheuchen als sie zu bewundern, entscheide ich mich, mal gemütlich einen Kaffee zu trinken und die mittlerweile am Himmel stehende Sonne zu geniessen. Das Wetter wird nun von Minute zu Minute besser. Somit ist eincremen und natürlich, wie es sich für Australien gehört, die Sonnenbrille aufsetzen angesagt. Nach etwa 30 Minuten Fische ärgern und jagen ist der „Spuck“ auch wieder vorbei.



Wir laufen den Weg durch den üppigen Regenwald zurück zur Schiffsanlegestelle. Da setzten wir uns in ein Glasboden Boot. Mit diesem Boot fahren wir zu einem nahe gelegenen Reef um uns die Korallenwelt näher anzusehen. Wir lassen uns durch die Strömung, die ziemlich heftig ist, über das Reef treiben. Es hat wirklich schöne Korallen hier und vor allem, extrem grosse. Wenn man weiss, wie lange es benötigt, damit eine Koralle nur ein wenig gross wird, kann ich mir gut vorstellen, wie alt diese Korallen sind. Sie sind in allen Farben, Formen und eben Grösse vorhanden. Ab und zu müssen die Propeller des Schiffsmotors ein wenig laufen gelassen werden, sonst wären wir bestimmt bereits am Nachmittag in New Zealand…Aber auch hier, nach rund 30 Minuten Korallen bestaunen geht es wieder zurück Richtung Festland. Kurz austeigen, Boot wechseln und es geht weiter Richtung meines eigentlichen Zieles, der Whitsunday Island mit dem Whitehaven Beach. Auf der etwas mehr als einer Stunde dauernden Fahrt wird ein Mittagessen in Buffet Form serviert. Es ist nicht das Gelbe vom Ei, aber schlecht auch nicht.





Nun sind wir an dem Beach angekommen. Herrlich dieser Sand. Ich bin ja eigentlich sehr verwöhnt, was dies anbelangt. Vor allem durch die Malediven bin ich mir solche Traum Strände „gewöhnt“. Was aber hier ist und was ich noch nie zuvor so erlebt habe, ist die Feinheit des Sandes. So weiss er auch ist, er ist noch tausend mal feiner als weiss! Herrlich. Dies ist der einzige „bessere“ unterschied den ich feststellen kann, nebst der Grösse (7 Km lang), zu den Malediven. Das Wasser ist nämlich genau so klar, aber eisig kalt. Ich brauche gut und gerne 10 Minuten, bis ich ganz im Wasser bin, so kalt ist es. Es trübt aber die Freude und schöne Stimmung überhaupt nicht. Ich geniesse den 2 stündigen Aufenthalt am Strand mehr als nur. Auch wenn er sehr romantisch ist, und ich ja alleine da bin…




So geht es weiter zur letzten Insel. (Long Island, 13 Kilometer Spazierwege durch den Wald)Diese erreichen wir nach dem wir an der wohl untypisten Insel der Whitsunday Islands Gruppe vorbei fahren.(Hamilton Island) Darauf befindet sich eine Art eigenes Land. Mit Flughafen, riesigem Hotel und Resort, Golfplatz, Einkaufszentrum, selbst Hochhäuser und so weiter. Eigentlich nichts schönes und für mich auch nicht in die Gegend passende Insel.



Angekommen auf Long Island werden wir, von dem langen Steg der ins Meer hinausführt, mit einem „Elektro-Zug“ abgeholt.(Ebbe und Flut sind hier enorm!) Dieser fährt uns zur Rezeption. Da wird uns kurz die Insel erklärt und wo sich was befindet. Nach etwa 1 ½ Stunden werden wir dann auch wieder da abgeholt und zum Boot gebracht. Die Insel ist sehr stark mit Regenwald bedeckt. Da ich nicht mehr gross durch den Wald laufen mag (eben 13 Kilometer!), setze ich mich an den Strand und hoffe auf den Sonnenuntergang. Dieser lässt aber noch auf sich warten. So steige ich wieder auf das Boot und hoffe weiter auf den Sonnenuntergang. Dieser kommt dann auch, nach dem wir wieder zu der ersten Insel vom morgen gefahren sind um das Boot wiederum zu Wechseln und weitere Leute mitzunehmen.




Langsam färbt sich die Sonne und ist für mich das Zeichen, den Fotoapparat so allmählich wieder hervor zu nehmen und bereit zu machen. Die Sonne ist nun schon fast Orange-Rot als ich die ersten Fotos auf meine Speicherkarte bringe. Doch nach wenigen Fotos ist das ganze vorbei. Jedenfalls für meine Kamera. Akku leer. Na Toll, da wartest du schon fast den ganzen Tag auf einen super Sonnenuntergang auf hoher See und dann ist der Akku leer…waren doch wohl zu viele Motive vorher, die ich abgelichtet habe! Auch wenn ich den Sonnenuntergang nicht mehr ganz mit der Kamera einfangen werden kann, war es ein super Ausflug, den ich jederzeit wieder machen würde.




Da mir der Sonnenuntergang am nächsten Tag dann aber doch noch auf dem Magen liegt, beschliesse ich, die Kamera zu nehmen (die jetzt wieder voll geladen ist) und nach Airlie Beach zu laufen. Nach mehreren Kilometern komme ich in Airlie Beach an und suche mir einen geeigneten Platz, um doch noch an meine Sonnenuntergangs Fotos zu kommen. So laufe ich die nächsten 3.5 Kilometer ab, zwischen Airlie Beach und dem Hafen. Als ich die für mich richtige Stelle gefunden habe, lässt der Untergang der Sonne auch nicht lange auf sich warten. Die Fotos sind, wie ich finde, auch sehr gelungen und so gibt es doch noch ein „versöhnlicher“ abschied aus Airlie Beach für mich.



Am nächsten Tag fahre ich weiter Richtung Norden nach Townsville. Dies soll meine letzte Station vor Cairns werden. Und da erlebe ich dann auch die Unterwasserwelt. Und wie! Einfach ein paar Bilder, die ich glaube ich nicht weiter zu kommentieren brauche…

























Mein Weg nach Townsville erfolgt über Bowen. Bowen ist aber irgendwie so was von komisch, dass ich nach 10 Minuten durch die Stadt kurven beschliesse, direkt weiter zu fahren.



Townsville ist auf Grund seiner Lage das Wirtschafts- und Handelszentrum, sowie Verkehrsknotenpunkt des Nordens. In der Stadt ragt ein kahler Granit Felsen aus dem Boden. Diesen besteige ich auch, kaum angekommen, sofort. Die Aussicht von da ist fantastisch. Vor der Küste von Townsville liegt Magnetic Island. Die Insel ist vom Felsen her sehr gut zu sehen. Je nach Wetter, werde ich diese Insel auch noch besuchen. Mal sehen…Die Insel ist auf Korallen und Granitstein gewachsen und hat ihren Namen von Capitain Cook erhalten, als er 1770 die Insel entdeckte. Sein Kompass spielte damals beim vorbei Segeln verrückt. Dass er auf das vermeintliche magnetische Gestein der Insel zurückführte.(eigentlich waren es „Ungleichheiten“ im Meeres Boden)



In der Stadt gibt es das sogenannte Reef HQ. Dies verbindet den Tourismus und die Forschung auf ideale Weise. Es hat ein riesiges Becken, dass 2.5 Millionen Liter Wasser fasst. Hier sind etwa 100 Korallenarten, Haie, Barramundi, Muränen, Schildkröten usw. beheimatet. Hier werden die Gegebenheiten und Veränderungen eines Korallenriffs simuliert. Ich verbringe fast einen Tag darin mit zahlreichen Informationen, Videos usw. zum Riff und den darin lebenden Tiere…Gelungen gemacht, wie ich finde! (und es dient ja eben auch als Forschung, echt klasse so ein lebendes Reef in der Stadt, naja im Hafen)




Etwa 17 Kilometer bevor ich nach Townsville komme, besuche ich das Billabong Sanctuary. Die Anlage ist 11 ha gross und umfasst Regenwald, Eukalyptus-Buschland, ein riesiges Feuchtgebiet mit Süsswasser- und Leistenkrokodile, aber auch Wasservögel. Es gibt ebenfalls Gehege für Koalas, Kasuaren, Echidnas, Wombats und Dingos. Die Tiere werden über den ganzen Tag verteilt von Ranger Präsentiert. Die Präsentationen sind sehr informativ und überhaupt nicht reisserisch aufgemacht, wie in anderen Tierparks.





















Auf der weiter Fahrt Richtung Norden bestimmen auch hier zunächst die Zuckerrohr Felder die Landschaft. Doch die Veränderung der Landschaft ist nun mehr als deutlich zu sehen. Alles ist üppig und Grün. Ich habe die feuchten Tropen erreicht! Der Weg führt an zahlreichen Stränden und Hügeln vorbei. Überall hat es Flüsse die in das Meer laufen. So gibt es unzählige Wasserfälle in den Gebirgen und Hügeln in dieser Landschaft. Baden ist hier aber auch nicht zu empfehlen. Hier „wimmelt“ es nur so von Krokodilen!




Dass ich die Zuckerrohrfelder hinter mir gelassen habe, zeigt mir aber nicht nur das extrem grüne Umfeld und die Landschaft, sondern auch die vielen Hinweis Tafeln, dass man hier zum Beispiel keine Bananen oder anderes Obst ausführen oder einführen darf. Die Angst von Viren und einbringen von Schädlingen ist hier sehr gross. Da die Landwirtschaftlichen Produkte die wichtigste Einkommensquelle ist, nimmt man dies doch sehr ernst. Die Kontrollen hingegen sind eher lasch. 1996 gab es aber einen Befall durch die Papayafruchtfliege. Da wurden sogar Strassensperren im Norden von Queensland errichtet und sämtliche Autos kontrolliert. Bei mir belassen sie es mit dem Warnhinweis auf den Tafeln…





So erreiche ich schliesslich mein Australisches Ziel; Cairns. Cairns und seine Umgebung hat doch so einiges zu bieten. Ich habe aber nur noch 2 volle Tage das Auto. In dieser Zeit regnet es fast ununterbrochen. So verbringe ich die letzten 2 Tage mit Waschen und dem Versuch, die Wäsche auch wieder trocken zu bekommen. In meinem gemieteten Appartement hat es eine Waschmaschine mit eingebautem trockner. Irgendetwas scheint aber nicht so zu funktionieren wie ich dies gerne hätte. Beim ersten Versuch überschwämme ich die halbe Küche. Beim 2. Versuch wird die Wäsche zwar warme, aber nicht wirklich trocken sondern eher noch feuchter…so verteile ich die gewaschenen Kleidungstücke im ganzen Appartement, in der Hoffnung, das Ganze noch vor der Abreise trocken zu bekommen. Dies gelingt mir leider nur teilweise, so dass ich gezwungener massen mein Gepäck eher feucht mit nehme…




Die feuchte Wäsche ist so zu sagen der Anfang meiner kommenden schwarzen 2 Tage…Ich gebe am morgen kurz vor 10.00 Uhr mein Auto an der abgemachten Stelle ab. Es liegt etwas ausserhalb von Cairns. Da ich bei der Übernahme des Fahrzeugs keine Quittung des Taxis gehabt habe, wird mir die Fahrt zum Flughafen in Cairns kostenfrei versprochen. Nach dem telefonieren mit „Chris“, von meiner Vermietstation, ist dies dann irgendwann auch möglich. Mein Plan ist es, an den Flughafen zu gehen, das Gepäck aufzugeben, um dann noch ein wenig in Cairns die Zeit zu vertreiben. Mein Flieger geht erst um halb eins in der früh. So lasse ich mich an den Flughafen fahren. Als ich das Gepäck einchecken möchte, wird mir erklärt, dass dies frühestens abends um 22.00 Uhr möglich sei.



Kaum habe ich diese „Botschaft“ erhalten, schliesst der Flughafen auch so gleich. Den bis zu meinem Flug geht kein weiterer Flieger mehr. Jedenfalls nicht aus dem internationalen Flughafen. So möchte ich mein Gepäck in ein Schliessfach bringen um meinen Plan fortzusetzten. Dies geht aber auch nicht, da es nur ein Schalter gibt, der Gepäck gegen eine horrende Summe aufbewahrt und dieser eh geschlossen ist. So möchte ich mich ins Restaurant des Flughafens begeben. Dieses hat natürlich ebenfalls geschlossen. So beschliesse ich den gut einen Kilometer mit Sack und Pack zum inländischen Flughafen zu laufen. Dieser hat aber kein öffentliches Restaurant. Nur wenn du eine Bordkarte hast und durch den Zoll bist, kommst du an das Restaurant. So gehe ich wieder zum internationalen Flughafen zurück, in der Hoffnung, dass das Restaurant dann irgendwann mal wieder öffnet. Als ich auf dem verlassenen Flughafen einen angestellten beim Putzen treffe, frage ich diesen, wann denn das Restaurant wieder öffnet. Dieser lacht und meint; „Heute bestimmt nicht mehr. Vor morgen Mittag geht hier so gut wie gar nichts. Denn es gibt nur den Flug nach Guam bis dahin. In diesem Flug sind maximal 20 Personen. Dafür öffnet kein Restaurant. Wenn ich Glück hätte, kann es sein, dass nach der Zollkontrolle eventuell ein Restaurant geöffnet hat. Dies aber sicher nicht vor 23.00 Uhr!“



So verbringe ich den ganzen Tag auf dem leeren Flughafen und warte bis ich einchecken kann. Als es dann endlich kurz vor 22.00 Uhr ist öffnet doch tatsächlich auch ein Check-in Schalter. Ich möchte also meine 2 Gepäck Stücke einchecken. Doch es geht nur eines! Das andere muss angeblich bezahlt werden, weil die Fluggesellschaft dies geändert hat und ich nur noch 1 Gepäck frei habe und nicht deren 2! Nach einem langem hin und her kann ich das 2 Gepäck Stück ebenfalls als Handgepäck mit in den Flieger nehmen. Dachte ich. Denn in dem Gepäckstück habe ich alle meine Cremen, Parfüm, Duschmittel, Nessessär und all dies verstaut. Dies ist natürlich nicht möglich an Bord zu nehmen, da ja max. 100ml Flüssigkeit erlaubt sind. So bleibt mir nichts anderes übrig, als den 2. Koffer zu bezahlen und so aufzugeben.




Als ich dies dann endlich hinter mir hatte, gehe ich guter Dinge durch den Zoll. In meinem Handgepäck finden die Beamten jedoch ein Objekt, dass ihnen angeblich nicht gefällt. Nach offen legen meines Handgepäcks, stellt sich heraus, dass es sich um mein Aschenbecher handelt. Es ist so eine Alu dose, die man mit einem Finger schliessen und öffnen kann. Als dieser „Trubel“ dann ein Ende genommen hat, will ich weiter gehen, um endlich einmal ins Restaurant zu kommen um etwas zu trinken. Fehlanzeige! Die nächsten Beamten warten bereits auf mich um mich in einen Raum zu führen. Darin wird mir erklärt, dass sie mit mir einen Test auf Sprengstoff durchführen. Ich darf wieder meine ganze Tasche auspacken und auf einem Tisch ausbreiten. So werden von allen Sachen mit einer Art Bürste abdrücke genommen und durch einen „Scanner“ gejagt. Auch meine Hände, mein T-Shirt, meine Hose… Alles wird mittels dieses Gerätes getestet. Als nichts gefunden wird, darf ich meine Sachen wieder einpacken und nun endlich zum Restaurant. (dies erinnert mich doch stark an Zürich, als ich zurück nach Singapur fliegen wollte und mein Portemonnaie in der Tasche vergessen hatte und mich somit einer „Leibes Visitation“ unterziehen durfte).



Noch eine Rauchen in der „Smoker-Lounge“ und schon heisst es einsteigen. Der Flieger hat wirklich maximal 25 Personen an Bord. So habe ich gut und gerne 20 Sitze für mich alleine. Ich freue mich auf ein wenig Schlaf. Doch während den 4 ½ Stunden ist nicht an Schlaf zu denken. Nach dem Flug weiss ich jedenfalls, wie man sich in einem Schüttelbecher fühlen muss…Es hört einfach nicht auf. Schüttel, schüttel, schüttel…




Als der Flug dann endlich vorbei ist und ich wieder festen Boden unter den Füssen habe, möchte ich einreisen. So habe ich alle 5! Papiere (versucht) beim Fliegen auszufüllen. Diese Papiere gebe ich am Schalter der Immigration ab. Dieser prüft meinen Pass, schaut sich die Dokumente durch, ich gebe meine Finger abdrücke elektronisch ab, noch ein kurzes Foto und weiter geht’s. Normalerweise…Nach dem ich zahlreiche weitere Fragen beantwortet habe, werde ich von 2 Beamten abgeführt! Ich werde in einen Raum mit, naja, nennen wir sie einmal Flüchtlinge, gebracht. Durch das warten in diesem Raum bekomme ich so einiges mit, wer wieso und warum nicht einreisen darf. Ich habe jedoch mit dem ganzen nichts zu tun. Habe sogar ein gültiges Visum (ESTA Visum.)Nach etwa einer viertel Stunde werde ich wiederum von 2 schwer bewaffneten Beamten in einen Verhörraum gebracht. Nach einer kurzen Zeit kommt ein Beamter zu mir und setzt sich auf der gegenüberliegenden Seite hin. Er macht nicht lange und beginnt sofort mit der Befragung. Das meiste dreht sich um mein Arbeit s-Visum, dass ich noch für Amerika besitze. Da ich vor Jahren(nun fast 10!) ein Arbeits-Visum oder eine sogenannte Greencard für die USA erhalten hatte um auf einem Kreuzfahrt Schiff zu Arbeiten. Dieses Visum ist noch bis 2011 gültig. Dabei habe ich es natürlich nicht, da es in meinem alten Pass ist. Diesen habe ich auch nicht dabei. Nach langem erklären und tausenden von Fragen beantworten, gibt der Beamte langsam nach und meint ich soll noch die letzten Fragen beantworten und ich könne anschliessend einreisen. Ich muss mein gesamtes Reiseprogramm darlegen. Nachweisen wie viel Geld ich in bar dabei habe, welche Kreditkarten ich benutze, in welchem Hotel ich bin und so weiter…Als er mir dann „Glaubt“ dass ich auf Weltreise bin, lässt er mich mit den Worten :“Amerika hat ein Auge auf Dich!“einreisen. So komme ich nach mehr als 2 Stunden wieder zu meinem Pass und bin ein „freier“ Mann…




Mittlerweile ist es bereits hell. Mein Chauffeur vom Hotel ist natürlich längst weg…Handy funktioniert auf Guam überhaupt nicht. So beschliesse ich mit dem Taxi zum Hotel zu gelangen. Dieser fährt mich natürlich zuerst zum falschen Hotel…Passt irgendwie alles. Als ich dann endlich im Hotel angekommen bin, kann ich das Gepäck wenigstens deponieren. Denn ich darf noch gut 8 Stunden warten, bis ich einchecken kann. So laufe ich an den Strand und warte bis so was wie ein Kaffe oder so öffnet. Als ich dann endlich auf das Zimmer kann, freue ich mich, wenigstens Online gehen zu können. Denkste…Der Computer will sich einfach nicht mit dem WLAN des Hotels verbinden. Nach weiteren 2 Stunden, und dem halben Hotel Personal damit zu beschäftigen, nehme ich das Kabel des „Business Centers“ des Hotels. So kann ich wenigstens kurz ins Netz und zuhause mal Bescheid geben. Denn das Business Center schliesst um 17.00 Uhr, was mittlerweile sogar ist.



Irgendwie schaffe ich es am nächsten Tag dann doch noch mit der Verbindung, so, dass ich diesen Bericht wenigstens veröffentlichen kann. Zu Guam werde ich im nächsten Beitrag wahrscheinlich mehr erzählen. In ein paar Stunden werde ich bereits wieder abgeholt und zum Flughafen gefahren. Es geht weiter nach Honolulu! Hoffe dass die Einreise dort mit weniger Problemen bestückt ist, da es ja eigentlich ein Inland Flug wird…Die Hoffnung stirbt zuletzt!

P.S: Freue mich auch über Kommentare von Euch ;-) ...

Montag, 12. Juli 2010

Von Brisbane über Hervey Bay, Gladstone, Rockhampton & Mackay nach Airlie Beach (Whitsunday Island)

Es ist wieder mal an der Zeit, Euch ein wenig über Land und Leute zu berichten. Ich bin ja nun mehr als eine Woche (nun schon 2) in Australien unterwegs und habe doch das eine oder andere zu erzählen…




Begonnen hat „mein“ Australien ja in Brisbane. Es ist die Hauptstadt des Staates Queensland. Oder auch der Sonnenstaat genannt. Oder eben in der Stadt „Brissie“. Die Drittgrösste Stadt in Australien (fast 2 Millionen Einwohner). Durch die Stadt windet sich ein Fluss mit grünen Ufern und angrenzenden Parks. Es ist eine Stadt, in der ich mich wohlfühle, auch wenn das Zentrum eher ein architektonisches Potpourri ist. Leider wird der Fluss meistens von Beton verdeckt, der die dahinter oder eben davor liegenden Autobahnzubringer versteckt und die Stadt vor Lärm schützen soll.



Leider ist das Wetter nicht gerade „Super“. Dafür sind Regenbogen an der Tagesordnung. Das Wetter ist aber sehr schwierig vorher zu Sagen. Es kann da wo du gerade bist wie aus einem Gartenschlauch regnen, während 50 Kilometer weiter, super Wetter ist und kaum ein wölklein am Himmel zu sehen...Es kann aber auch passieren, dass es regnet und nach 20 Sekunden wieder aufhört und 5 Minuten später wieder Sonnenschein und somit auch gleich viel, viel wärmer ist. Somit habe ich es unterlassen, auf den Mount „Coot-tha“ zu fahren. Von da aus soll der „Lookout“ besonders gut auf die Stadt und Umgebung sein und bei guter Sicht sogar zu den Inseln „Moreton“ im Osten reichen. So gibt es relativ wenig Bilder der Stadt und wenn dann meistens aus dem Auto…Apropos Auto. Ich habe ja ein Auto hier, wie ihr wisst. An das Links fahren habe ich mich schnell gewöhnt und ist mittlerweile sogar „normal“! Am meisten Mühe hatte ich, mit der linken Hand den Ganghebel zu betätigen und zu schalten. Aber auch dies geht mittlerweile Problemlos, da ich ja bereits über 3500 Kilometer! damit gefahren bin…




Also mal was zu den Strassen…Freeways sind mit unseren Autobahnen zu vergleichen. Highways sind meistens zweispurige Landstrassen. Darauf gibt es immer wieder Möglichkeiten um zu überholen. Sie sind mehr oder weniger gut ausgebaut, manchmal aber auch nur eine elende, von tausenden von Schlaglöchern durchsetzte Fahrbahn, vielleicht auch nur eine unbefestigte Sand- und Schotterstrasse! Nachtfahrten sind aus verschiedenen Gründen nicht zu empfehlen. Die Sicht ist sehr schlecht. Es hat die sogenannten Roadtrains (riesige Sattelschlepper mit drei bis vier Anhängern) unterwegs und der Zusammenstoss mit den Tieren (Kängurus oder sonstiges Vieh)ist viel zu gross. Ab 17.30 Uhr ist es mehr oder weniger Dunkel und ab 18.00 Uhr ist es Nacht. Viele Autos haben deswegen einen „roo bar“ (zusätzliche Stossstangen) montiert, um den Aufprall abzufangen (wobei diese auch nicht viel bringt, wenn man mit 120 Sachen ein Känguru erwischt!). Auch Gitter vor den Scheiben ist keine Seltenheit . Diese sollen vor den Steinen schützen, die hier einem Wort wörtlich um die Ohren fliegen, abhalten und ein Bruch der Windschutzscheibe verhindern…



Mein Weg führt hauptsächlich über den Highway 1. Oder auch Bruce Highway genannt. Je weiter man nach Norden kommt, je weniger ist er befahren(ausser von den Roadtrains!). Der Highway führt durch ganz Queensland, mehr oder weniger der Küste entlang. Nur die Küste bekommt man eigentlich nie zu Gesicht. Man muss den Highway schon verlassen und durch eine der Städte fahren, wenn man an die „Beach“ möchte oder das Meer sehen will. Was einem aber durchaus auch passieren kann, ist das auf der Strasse vor einem auf einmal ein halbes Haus, mit so etwa 100 Sachen drauf, auftaucht! Siehe selbst:




Die Tierwelt in Australien ist sehr gross. Ich bekomme viel davon schon auf dem Highway mit, leider liegen da die Tiere am Strassenrand und sind tot…Von Koala Bären zu Kängurus, von Schlangen zu Vögeln, von Hunden zu Kojoten! Es ist extrem, wie viele davon an der Strassenseite, manchmal auch mitten auf der Strasse, liegen. So wechselt der Seitenstreifen immer wieder zwischen Totem Tier und zerplatzen Reifen der Autos oder Lastwagen. Hin und wieder ist es aber auch ein Schuh, der den Rand der Fahrbahn etwas bunter macht…Ist Euch eigentlich schon mal aufgefallen, dass wenn ein Schuh auf der Strasse liegt, es immer der linke ist? Lassen die Leute die Schuhe eigentlich absichtlich liegen? Ist dies so eine Art Aberglaube? Wollte mir schon oft ein paar Schuhe zusammen stellen, geht aber nicht, da immer nur der linke Schuh zu finden ist…
Im Gegensatz zu Indonesien, wird hier überhaupt nicht gehupt. In den 2 Wochen im Auto unterwegs, habe ich bisher nur einmal eine Hupe gehört! Selbst in einer Grossstadt wie Brisbane…Da kann noch so eine grosse Autoschlange sein, hinten anstehen und geduldig warten. Kein drängeln, kein hupen, kein hetzten…alles Easy eben…Nur besitzen auch die Australischen Chauffeur kein anderes Hirn…Es scheint also das gleiche auf der ganzen Welt zu sein, wie ich es in einem früheren Blog mit dem Chauffeur Hirn schon beschrieben habe!



Die Australier scheinen nur an den armen kalt zu haben…Zur Zeit ist Winter in Australien. Die meisten tragen aber kurze Hosen und dazu an langes Shirt, Kapuzen Jacke, ein Pullover oder etwas in der Art. Hauptsache lang arm…Dies hat mich zum Schluss gebracht, dass sie nur an den armen frieren ;-). Was hier aber „Pflicht“ ist, ist eine Sonnenbrille. Egal ob es regnet, dunkel ist oder auch mal die Sonne scheint, Hauptsache sie haben ihre Brille mit dunklen Gläsern auf der Nase! So gibt es diese Brillen auch überall zu Tiefstpreisen zu kaufen. Was es aber auf keinen Fall zu Tiefpreisen gibt, sind Zigaretten. Ein Päckli Marlboro kostet schnell mal 17 Franken! Dafür gibt es dann aber auch 25 Stück und nicht 20 wie bei uns…Dies habe ich noch in Asien/Indonesien für 10 Päckli bezahlt! (Nicht nur am Flughafen)



Zurück zu meiner Fahrt nach Airlie Beach, dem „Sprungbrett“ zu den Whitsunday Islands (74 Stück, alle im Great Barrier Reef gelegen, die eine Farbsymphonie in Grün, Weiss, Aquamarin und Türkis versprechen, also Bewaldete Inseln, Sandstrände und Meer. Aber dazu später, wenn ich dann da bin    :-), eigentlich bin ich ja da, aber noch nicht ganz vom erzählen her…).

Also, von Hervey Bay bis Rockhampton ist die zentrale Küste von Queensland und das provinzielle Herz. In den drei Städten Bundaberg, Gladstone und Rockhampton werden die Produkte des Umlandes verarbeitet und verschifft. Diese Produkte wären: Zucker, Rindfleisch, Baumwolle, Getreide und vor allem Kohle. Die grössten Steinkohle Reserven von Australien birgt das Hinderland von Mackay bis nach etwa 500 Km weitere Bowen. Aber auch andere Bodenschätze sind hier vergraben; westlich von Rockhampton findet man Saphire, Diamanten und Rubine. Bundaberg hingegen ist ein Synonym für Rum. Die Rum Distillery Bundaberg versorgt das ganze Land mit dem Stoff. In dieser Region dreht sich eh alles um den Zucker, der ja der Grundstoff dieses Destillats ist.
So habe ich auch eine Zuckerfabrik in Sarina besucht, die aus dem Zuckerrohr das weisse Gold herstellt. Dabei werden aber auch andere Produkte wie zum Beispiel Ethanol gewonnen. Dieses „Nebenprodukt“ wird dann wieder dem Benzin beigemischt. Es ist eine interessante Führung, die ich hier (mit Video) erhalte. Die einzelnen Schritte werden einem genauestens erklärt, inkl. Degustationen der einzelnen Stadien der Produkte und der Produktion. Wirklich informativ, auch wenn ich es eigentlich weiss, wie das weisse Gold hergestellt wird. Musste dies doch an der Abschlussprüfung zum Koch genau detailliert aufschreiben und erklären…also so eine Art Auffrischung für mich…;-)




Neben dem Zuckerrohr wächst in dieser Gegend aber auch Tomaten, Paprika, Kürbisse, Zucchini, Melonen und etliche weitere Feldfrüchte. Dieses Land hier zählt zu den produktivsten Anbaugebieten von Australien.




Gladstone hingegen ist eine richtige Industriestadt. Angeblich wurde hier ein neuer Tiefseehafen nur angelegt, um die Kohle aus dem Bowen Basin verschiffen zu können. Aber auch die landwirtschaftlichen Erzeugnisse des Hinterlandes werden hier verladen. Die jährliche Tonnage soll hier grösser sein, als die von Sidney. Ein moderner Boothafen für Ausflugsschiffe ist derzeit am entstehen. Die Region beherbergt auch die grösste Aluminium Fabrik der Welt. Also alles voller Industrie hier, trotz alle dem, hat die Region auch seinen Charme.

Mein Weg führt weiter nach „Rocky“. Wie die einheimische „Ihre“ Stadt Rockhampton liebevoll nennen. Aber auch eine andere, nicht weniger stolze Eigenbezeichnung lautet „Beef Capital of Australia“. Hier dreht sich alles um das Beef. So erinnern viele Statuen mächtiger Bullen an die Fleischlieferanten. Bereits am Eingang zu der Stadt wird man von einer solchen begrüsst.




So habe ich es mir auch nicht nehmen lassen, so ein Beef zu vertilgen. Ich habe im Ascot Stone Grill ein hervorragendes Rumpsteak gegessen. Es ist das kleine, das ich bestellte. Es hat aber immer noch stattliche 500 Gramm. Es wird einem sozusagen roh serviert auf einem heissen Stein. Ähnlich wie bei uns, einfach viel, viel, viel besser und viel, viel, viel günstiger. Ich bezahle inklusive 2 Cola und Pommes knapp 27 Franken!

Es geht weiter Richtung Norden auf dem Bruce Highway. Immer noch Pflastern die leider toten Tiere den Strassenrand zu. Daneben liegen die riesigen und weiten Rinderfelder. Das ich langsam aber sicher in die Gegend von Mackay komme, sehe ich daran, dass die Rinderfelder nun von den Zuckerrohr Feldern abgelöst werden. Zuckerrohr wo man hinsieht. So weit das Auge reicht. Links, rechts, überall Zuckerrohr. Mackay und seine Region produzieren über einen Drittel der gesamten Australischen Zucker Produktion. Auch hier soll ein künstlich angelegter Hafen die süsse Fracht in einem riesigen Terminal Lagern. Auch dies klingt wiederum nach unansehnlicher Industriestadt. Es ist aber eine ruhig gebliebene Provinzstadt, die mich ein paar Tage zum verweilen einlädt. In der umgebung gibt es einige, breite Sandstrände die kaum Besucht sind…Nur das Baden ist nicht wirklich ein Spass.



Die Quallen Zeit(die giftigen Würfelquallen vorallem) ist eigentlich vorbei. Doch es scheint dieses Jahr etwas länger zu gehen. So wage ich es (noch) nicht ins Wasser zu steigen, dies werde ich auf Whitsunday Islands sicherlich alles nachholen. Hier startet für mich das Great Barrier Reef. Dieses Reef erstreckt sich ja über 2500 Kilometer. Es soll aus 900 Inseln und 2900 Riffen bestehen. Es besteht aus Steinkorallen und Kalkalgen. Diese Korallen bilden die Lebensgrundlage für ein kompliziertes Ökosystem aus Mikroorganismen, Muscheln, Schnecken, Quallen, Seesternen und angeblich über 1500 Fischarten. Aber auch Schildkröten und Seevögel. Dies muss ich natürlich alles ausd der nähe sehen. So mache ich mich in Richtung Airlie Beach, dass das Sprungbrett für Whitsunday Islands sein soll, auf den Weg. Kaum da angekommen, wird man überhäuft mit Angeboten um die Inseln zu bereisen und zu besuchen. Ich gehe erst mal auf einen Camping Platz, um mir Bei der Wahl etwas Zeit zu lassen. Kaum auf dem Zeltplatz angekommen, werde ich auch bereits von einem einheimischen Tier begrüsst. Es ist bereits die zweite Begegnung einer solchen ungewollten Art. Die letzte hatte ich auf der Fahrt nach Mackay.



Ich habe mich zum Schlafen auf einen Platz bei einem Roadhouse (Raststätte) für Lastwagen hingestellt. Als ich Nachts das Bedürfnis verspürte, etwas Wasser los zu werden, bin ich aus dem Wagen gestiegen und wollte Richtung Toilette laufen. Aus dem dunkeln springt mir auf einmal eine Art Hund entgegen. Kurz vor mir hält dieser an und nun sehe ich, dass es gar kein Hund ist, sondern ein Kojote, dem der Saft im Mund schon zusammenzulaufen scheint. Er begrüsst mich höfflich mit seinen blanken Zähnen. Ich erwidere seine freundliche Begrüssung in dem ich ihm meine Cola Dose hinstrecke (war ein reiner Reflex!). Dies scheint aber angeblich seine Wirkung zu zeigen. So verschlafen ich auch noch bin, sehe ich dass er seinen Mund langsam schliesst und genüsslich an der Dose schnuppert. Ein kleiner Small Talk von mir zu ihm und er verschwindet, so unbehelligt wie er gekommen ist, auch wieder in der Dunkelheit. Dieser Small Talk wirkt auch auf dem Campingplatz bei diesem Tier hier





Wunder. Aber nicht nur bei den Tieren. Der Small Talk spielt eines der wichtigsten Rollen im Alltagsleben der Australier. Es ist wie ein Ritual wenn man Leuten begegnet, sich kurz auszutauschen. Ob man die Leute kennt oder nur flüchtig tut nichts zur Sache. Eine kleine Plauderei übers Wetter oder über das vergangene oder kommende Wochenende, über die Arbeit, egal, es gehört dazu. Vielleicht noch ein Kompliment dazu und die beiden Parteien ziehen glücklich weiter. Komplimente wie :“Well done“ oder etwas in der Art, hört man hier sowieso viel öfter als bei uns. Es mag noch lange nicht perfekt sein, was der andere geleistet hat, aber die Anstrengung wird honoriert. Immer erst mal das positive herausstreichen, so die Strategie der „Aussie`s“. So wird immer ein angenehmes „Klima“ geschaffen. Dies macht den Australier für uns doch auch so freundlich und zugänglich. Der Hang zur ungezwungenen und zur unverbindlichen Plauderei. Wenn man es aber bei einem guten Morgen oder guten Tag bewenden lässt (man kennt sich ja nicht…), kann man schnell als steif und zugeknöpft oder sogar unfreundlich wirken!




Mit Kritik hingegen tun sich die „Aussie“ sehr schwer. Lieber die Faust im Sack machen und wenn der andere Weg ist, über Ihn schimpfen. Ich glaube das dies an ihrem Individualismus liegt. Wer bin ich, dass ich meinem Nachbarn sagen kann, dass er dies falsch gemacht hat? Der Eindruck „es sind alle so locker und ungezwungen“ (basierend auf Small Talk), kann einen Europäer leicht ins Fettnäpfchen treten lassen. Seine Ehrliche Meinung sagen kommt hier nur gut an, wenn man es in eine gehörige Portion Selbstironie und Humor verpackt. Die Direktheit kommt hier sollten gut an. Ohne das man es merkt, tritt man in solche Fettnäpfchen. Schlimmstenfalls ziehen sich die flüchtig Bekannten von einem zurück, und man hat keine Ahnung warum…Aber eben, der Small Talk hat mich vor schlimmerem sogar bei Kojoten und Riesigen Echsen bewahrt! Man gewöhnt sich relativ rasch an diese kurze Unterhaltungen und kurz darauf gehören sie einfach zum Leben in Australien.



Doch zurück zu Airlie Beach. Das Wasser hier verlockt zum Segeln und Inselhüpfen. Das Türkis und Aquamarinblaue schimmernde Wasser bildet eine der schönsten Küsten von Queensland. So muss man einfach eine Bootstour zu den Inseln machen. Ich habe mir eine Bootstour, da der Segelkatamaran leider für 4 Tage überholt wird mit dem ich eigentlich auf See stechen wollte, zu 4 Inseln gebucht. Es geht über morgen früh am Morgen los. Es beinhaltet aber das wichtigste, den Whithaven Beach. Dieser soll ein unglaublich weisser Sandstrand von mehreren Kilometern (etwa 7) haben. Ich bin schon mehr als nur gespannt. Falls mein Ohr dann noch besser werden sollte muss ich unbedingt Unterwasser. Was besseres wie das Great Barrier Reef findet sich kaum auf dieser Welt! Airlie Beach hat keinen nennenswerten Beach wie der Name verspricht. Dafür gibt es eine grosse, geschützte Salzwasserlagune die künstlich angelegt worden ist. Hier kann man dafür quallenfrei baden! Es werden hier aber auch das letzte stücken Platz und Erde (auch der ganze Hang) zugebaut. Hier wird von den Seglern und den „Backpacker“ die Nacht zum Tag gemacht…

Auch sowas nennt sich zur Zeit mein Nachbar!


Das nächste Mal werde ich Euch dann von meinem Ausflug, vielleicht sogar von der Unterwasserwelt berichten ;-). Also bis bald…