So, nun finde ich endlich mal wieder etwas Zeit um Euch ein wenig von meiner Reise zu Berichten. Die letzte Woche war sehr turbulent und mit so einigen Erfahrungen gespickt. Weiss gar nicht wo ich beginnen soll, soviel war los… Das eine oder andere wird sich wenig spannend anhören, doch es war dies auf jeden Fall! Habe Land und Leute, ob gewollt oder ungewollt, näher kennen gelernt. So beginnen wir doch auf dem Weg nach Bandung:
Die Fahrt mit meinem Privat Chauffeur von Jakarta nach Bandung war sehr gut um einmal das Land zu sehen und nicht nur die Städte. So kamen wir an unzähligen Reisfeldern, Reisterrassen, Bergen, Landdörfern, Vulkanen, Wälder und all das, was das Landesinnere zu bieten hat vorbei. Ich war froh, die Stadt Jakarta verlassen zu können. Wie ich bereits geschrieben hatte, fühlte ich mich da nie richtig wohl…kaum aus der Stadt raus wurde das Land auch ganz anders. Weg von den Millionen von Menschen, die in einem Zustand leben, den wir uns nicht vorstellen können und wollen. Ehrlich gesagt, geht es unseren Obdachlosen besser, alles denen die in Jakarta ein Dach über dem Kopf haben. Dies ist auf jeden Fall mein Eindruck. Eine Tageszeitung kostet ungefähr 25 Rappen. Diese können sich hier die wenigsten leisten. Die Häuser bestehen aus Karton und einem Wellblech als Dach. Platz, Hygiene oder so was ist hier alles ein Fremdwort…
Nun, ich also aus der Stadt raus und lerne die wunderbare Landschaft des Landes kennen. Viele Farben leuchten mir entgegen. Von roter Erde bis saftige grüne Wiesen über riesige Flächen von Reisfeldern bis zu Lava Gestein und Boden. Palmen, Mandelbäume, Teesträucher, Tabakfelder alles ist vorhanden. Die Strassen sind in einem miserablen zustand, für unsere Verhältnisse. Für ihre Verhältnisse hingegen fahren wir auf den besten Strassen die das Land zu bieten hat. Wenn keines der oben erwähnten Dinge an meinen Augen vorbei flitz, dann ist es bestimmt eine Fabrik eines Motoren Herstellers. Entlang der Strasse findet man immer wieder Fabriken von Honda, Toyota, Suzuki, Hyundai und wie sie alle heissen.
Endlich sehe ich das, was ich von diesem Land sehen wollte. Ich geniesse die Fahrt in vollen Zügen.
Dem Routenplaner zufolge sollte die Fahrt etwa 1 Stunde und 50 Minuten betragen. Nach etwa 2 Stunden und 15 Minuten nimmt der Verkehr merklich zu, so dass ich davon ausgehe, dass wir uns Bandung langsam nähern. Die Häuser am Strassenrand nehmen auch wieder zu und anstelle grüner Wiesen, Pflastern die unzähligen Werbe Plakate die freien Stellen zu. Und so ist es dann auch, die „Maut-Stelle“ für Bandung. Mein Chauffeur beginnt auf einmal mit dem Kassier an zu Diskutieren. Ich verstehe zwar kein Wort, aber ich ahne, dass er nach dem Weg zu meinem Hotel fragt. An der Gestik des Kassiers ist dies sogar mit grösster Wahrscheinlichkeit so. Kaum ist die Mautstelle passiert, stehen wir mitten in der Stadt. Der Verkehr ist wieder so brutal wie in Jakarta. Nur sehen hier die Häuser eher wie Häuser aus und es ist irgendwie Sauber hier. Naja, Sauber kann man dies nicht nennen aber es sieht sicherlich gepflegter aus als in Jakarta. Ich fühle mich auf jeden Fall wohler hier…
Der Fahrer hält nun an jedem möglichen Ort und fragt nach dem Weg. Wir fahren Richtung Berg und diesen dann auch hinauf. Selbst hier sehen die Häuser gepflegter aus als noch in Jakarta. Auch wenn sie nicht den Luxus haben und sind, sie sehen nach Häuser aus!
Nach etwa einer ¾ Stunde den Berg hinauf fahren kommen wir an meinem Ziel für die nächsten Tage an. So Checke ich an der Rezeption ein. Der Mann vom Frontoffice erklärt mir dann, dass im Hotel zur Zeit so gut wie nicht funktioniert. Es hat nämlich ein heftiges Gewitter gegeben. Der Blitz hat genau in Ihre Leitung eingeschlagen. Kaum noch warm Wasser, Licht, Satelliten Verbindung tot, Telefon geht nur bis Bandung, Spa und Wellness Bereich komplett zu. Essen zubereiten ist nur bedingt möglich. Klimaanlagen funktionieren gar nicht und so weiter…So Frage ich, ob es eine Alternative gibt. Dieser meint, etwa 10 Minuten von hier den Berg entlang, gibt es ein Resort an dem alles funktioniert. Bis dahin funktioniert auch das Telefon, so stellt er mir die Frage, ob er da für mich um ein Zimmer fragen soll. Ich stimme dem zu, da es etwa eine Woche dauert, bis das Hotel wieder „normal“ Betrieb aufnehmen kann. Das andere Hotel hat ein Zimmer frei, wenn auch vorerst erst für eine Nacht und dies in einer „kleinen Suite“. Das kostet mich doch etwa 12 Franken mehr als ich hier bezahlt hätte! Ich stimme dem Zimmer zu, in der Hoffnung heute wenigstens noch Internet Zugang zu bekommen, um für die kommenden Nächte noch ein Zimmer zu finden…
Ich werde vom Hotel eigenen Bus im „abgestürzten“ Hotel abgeholt und ins neue Hotel gefahren. Beziehe mein Zimmer und habe einen Balkon mit der Aussicht über die ganze Stadt Bandung.
Auch sonst bin ich hier wohl im Palace von Bandung gelandet. Der eigene Butler fehlt, sonst ist hier alles vorhanden!
Das Hotel ist wunderschön gemacht, alles sehr Edel, in Indonesischem Stil gehalten und in den Berg hinein gebaut. So brauche ich vier verschiedene Lifte, dass ich zu meinem Zimmer komme, dass ganz unten im Hang liegt. Wenn es für mich schon ein Luxus Hotel der Extra Klasse ist, was ist es wohl für die einheimischen?
Die Internet Verbindung ist sehr schlecht und sehr langsam. Ich finde trotz allem nach etwa drei Stunden „Surfen“ endlich ein freies Zimmer in Bandung. Es scheint wirklich die ganze Stadt ausgebucht zu sein. Die Bestätigung für die Buchung des Zimmer folgt etwa 1 Stunde später per Mail. So bin ich doch wieder etwas beruhigter und freue mich auf die nächsten Tage um meine Reise durch Indonesien weiter zu Planen. Ich sitze also vergnügt auf meinem Balkon sehe über die Stadt hinweg und dem nächsten drohenden Gewitter entgegen…
Am nächsten Morgen, nach einer gemütlichen Runde Schwimmen im Pool und einem ausgiebigem Frühstück, begebe ich mich nochmals Online um meine Mails abzurufen, um zu sehen, wann ich nun in diesem Hotel abgeholt werde. Leider keine Mail des Hotels. So gehe ich an die Rezeption, dass diese mir im Hotel anrufen können um mir die Informationen zu geben, die ich möchte. Der nette Herr an der Rezeption streckt mir auf einmal den Hörer entgegen. In gebrochenen Englisch probiert mir die Frau in der Leitung zu erklären, dass sie keine Buchung auf meinen Namen hätte und das Hotel sei seit mehr als 2 Wochen ausgebucht. Ich erkläre ihr, dass ich im Besitz einer Bestätigung sei und einen“ Voucher“ vom Hotel per Mail bekommen hätte. Dies beeindruckt die Frau, die etwas unter Stress zu stehen scheint, wenig. Nur diese Bestätigung habe ich natürlich im Zimmer und die Einzelheiten darauf kenne ich nun mal nicht auswendig, so dass ich ihr sage, ich hole mir die Einzelheiten der Bestätigung und werde sie erneut kontaktieren. Ich lege also den Hörer auf und will mich zu meinem Zimmer begeben, als der überhaupt nicht gestresste, nette Herr der Rezeption, mir mitteilt, dass er soeben ein Stornierung erhalten hätte ich könne wahrscheinlich noch um 2 Tage verlängern, wenn ich dies möchte. Ich müsse einfach mein Zimmer wechseln. So sage ich ihm, ich müsse nur kurz abklären, was genau mit dem anderen Zimmer ist, damit ich nicht doch zwei Zimmer auf einmal habe…
Ich begebe mich also auf mein Zimmer. Sende die Bestätigung an das Hotel und an den Online Dienst, bei dem ich das Zimmer Gebucht habe. Nach einer halben Stunde habe ich von beiden immer noch keine Antwort. Mittlerweile ist es halb Zwölf Uhr und bis am 12 Uhr muss ich ausgecheckt haben…So begebe ich mich mit den Details erneut an die Rezeption, die wiederum für mich im Hotel anrufen soll. Die gestresste Frau versichert mir erneut am Telefon, dass es trotz der Bestätigung keinerlei Möglichkeiten gäbe, bei ihnen einzuchecken. So beschliesse ich, im Hotel wo ich mich befinde um 2 Nächte zu verlängern und die Zeit nutzen werde, weiter zu Planen oder wieder ein neues Hotel in Bandung zu finden. Aber wie das Schicksal so spielt, meint nun der „Rezeptionist“, dass soeben 2 Personen das Zimmer am besichtigen seinen. Wenn ihnen das Zimmer Zusage, sei es halt weg. Er hätte sonst kein Zimmer mehr. Naja, eben Schicksal, denn das Zimmer wird von den 2 Personen umgehend gebucht. Somit muss ich im Eiltempo mein Zimmer räumen und auschecken. Beim auschecken fragt er mich, ob er für mich ein paar anrufe in Bandung tätigen soll und darf. Dies macht er dann auch. Nach(nicht übertrieben!) 25 anrufen gibt selbst er auf. Er meint keine Chance! Ich solle doch nochmals im Internet versuchen etwas zu finden. Solange soll ich doch auf der Terrasse Platz nehmen, auch in der Hoffnung, dass bei ihm noch ein Zimmer storniert werde. Mit anderen Worten, ich stehe mit Sack und Pack auf der Strasse!
Da ich kein offizieller Gast mehr in diesem Hotel bin, habe ich nun auch kein zugriff mehr auf ihren Hotspot. So versuche ich einen weiteren Hotspot zu finden. Diesen finde ich dann auch. Einer der Stadt mit einem sehr miserablen Empfang. So macht sich die Suche nach einem Zimmer auch nicht wirklich einfacher… Auf allen Webseiten die ich besuche gibt es mehrere Hotels, die angeblich noch freie Zimmer haben. Diese werden alle angerufen, vergebens. Ich sehe aber auf allen Seiten immer wieder das Hotel, das „lahm“ gelegt ist. So beschliesse ich, als letzte Hoffnung, bei denen anzurufen. Vergebens, auch die sind dank der Überbesetzung der Hotels der Stadt, ebenfalls ausgebucht! So beschliesse ich, ein Taxi zu bestellen, dass mich zu einem Reisebüro oder Tourist Info Büro bringen soll. Doch bei denen, die ich im Internet gefunden habe, ist entweder geschlossen, nur ein Briefkasten vorhanden und das Büro weit ausserhalb der Stadt oder es existiert gar nicht erst. Dank den nützlichen Infos aus meinem Reisebüro in der Schweiz, weiss ich, dass es ein Nachtzug von Bandung nach Yogyakarta gibt. So beschliesse ich, abends um sieben, mich zum Bahnhof fahren zu lassen. Da bekomme ich auch ein Billet nach Yogyakarta. Dieses kostet mich gerade mal 25 Franken, was hier angeblich sehr viel und teuer ist auch wenn die Zugfahrt die ganze Nacht, bis am halb fünf in der früh, quer durch Indonesien führt. Ich wäre gerne noch in Bandung geblieben und hätte ein wenig „Shopping“ betrieben. Bandung ist eine sogenannte Industriestadt. Hier werden hauptsächlich Jeans hergestellt und genau solche hätte ich gerne von hier mitgenommen!
Aus Dokumentationen im Fernsehen ist das Reisen hier mit dem Zug ja bereits bekannt, dass diese Masslos überfühlt sind und Menschen auf den Dächern aus dem Fenster hangend usw. versuchen an ihr Ziel zu kommen. Dies scheint bei diesem Nachtzug nicht so der Fall zu sein. Dieser ist zwar gut gebucht, aber da ich 1. Klasse Reise, ist diese nicht ganz so überfüllt wie die zweite Klasse... Die erste Klasse ist sogar Klimatisiert und es liegt ein Kissen und eine Decke für mich auf meinem reservierten Platz bereit. Da es bereits Dunkel war, als ich am Bahnhof ankam, sehe ich leider nur wenig vom Lande. So versuche ich ein wenig zu schlafen. Dies ist aber nicht so einfach…Fenster und Türen stehen offen. Kaum losgefahren wird man nach Essen (natürlich Reis) gefragt und so weiter. Der Zug ist voll mit Kindern, für die ist es eine riesen Geschichte mit der Bahn Reisen zu dürfen. So erfahre ich dann auch, warum alles und überall ausgebucht ist. Die grossen Ferien haben im ganzen Land begonnen!
Die Kinder toben sich, die ganze Nacht hindurch, auf den ganzen Zug verteilt aus, wie es ihnen gleich danach ist. Niemand stört sich scheinbar daran. Die Kinder hingegen machen einen mehr als sehr glücklichen Eindruck, auch wenn sie nur sehr wenig haben, scheinen sie sehr zufrieden zu sein, mit dem was sie haben und geniessen es, sich so richtig austoben zu können und zu dürfen…
Geraucht werden dürfte hier eigentlich nicht. Aber auch dies scheint niemanden zu stören. So stehen duzende Menschen bei den Eingängen und ziehen genüsslich an ihren Glimmstängeln. Dies riecht auch so, nicht etwa nach Rauch, sondern nach ihren Gewürz Zigaretten. Hier wird entweder Zigaretten mit Nelken Geschmack geraucht oder Menthol. Was anderes wird hier kaum geraucht. Die Nelken oder auch andere Gewürz Zigaretten schmeckt man dafür Meilen weit…
So komme ich früh morgens, so gegen 04.15 Uhr am Bahnhof von Yogyakarta an. Die Stadt scheint noch am schlafen zu sein. Nicht aber die unzähligen Leute die einem ein Taxi, ein Gepäckträger oder was auch immer zuhaben möchten. Hier läuft alles über zwischen Geschäfte. Einen direkten Handel habe ich hier noch kaum erlebt. So kommt es, dass für alles einen zwischen Handel betrieben wird. Wenn du also ein Zugticket haben möchtest, wirst du es bekommen, aber über drei Personen…
Aber hier ein Hotel zu finden wird genau so schwierig werden, dies wird mir schnell klar. Auch durch die vielen Personen, die einem was „andrehen“ wollen, versuchen dies mir klar zu machen. So begebe ich mich in den MC Donalds der direkt an der Maliborostrasse liegt. Diese Strasse ist eine der bekanntesten in der ganzen Stadt. Hier sind die meisten Läden und das grösste Einkaufzentrum weit und breit untergebracht. Ich hoffe hier einen Internetzugang zu bekommen, doch vergebens. Ich schlürfe also an meinem Kaffee, oder wie man diese Brühe auch nennt , und überlege, wie es weiter geht. Nun bin ich in Yogyakarta, aber immer noch auf der Strasse…Handy und Laptop konnte ich in Bandung auf der Hotelterrasse wenigstens noch heimlich voll aufladen. Habe einfach einen Stecker, wo Lampen eingestöpselt waren, angezapft. So habe ich via Handy mir eine Internetverbindung heraus gesucht und das erste Hotel das ich finden konnte, das angeblich freie Zimmer hat, per Taxi angesteuert. Doch auch hier keine Zimmer mehr frei. So frage ich den Portier, ob er etwas wisse. Er läuft zu ein paar benachbarten Häusern und kommt gut 10 Minuten später zurück und meinte, er hab da ein Zimmer für mich. Sein Kollege werde mich per Motorrad hinbringen. In der Zwischenzeit habe ich wiederum per Handy versucht eine Internetverbindung herzustellen, diesmal ohne Erfolg. Kein Handy Netz vorhanden. So sage ich mir, anschauen kostet(ausser der Vermittlungsgebühr ;-)) nichts. Ich setzte mich mit meinen ganzen Taschen auf das Motorrad und ab geht’s… Die Gebühr kostet mich gut und gerne 70 Rappen, inkl. Fahrt natürlich. Doch das Zimmer ist nicht wirklich ein Zimmer. Es hat vier Wände und sowas wie ein Bett darin. Keine Türe, kein Fenster, kein Bad…einfach nichts, ausser einer zerlöcherten Matratze! Ich bedanke mich für das Angebot und versichere ihnen, wenn ich bis zum ein dunkeln nichts passendes gefunden hätte, gerne auf ihr Angebot zurück kommen werde. Aber in einer solchen Gegend, ohne abschliessbare Türe und so…mmmhhh, ist mir dann doch zu unsicher. So bitte ich meinen Fahrer, mich an die „Hauptstrasse“ zurück zu fahren und ich werde zu Fuss weiter ziehen um etwas geeignetes zu finden.
Ich bin also wieder an einer der grösseren Strassen angekommen und fange an zu laufen. Alle Hotels in dieser Strasse befrage ich, bekomme aber immer dieselbe Antwort: „wir sind voll“. So beschliesse ich, mir wiederum ein Taxi zu nehmen, denn ich bin bereits wieder vollkommen durchnässt mit Schweiss. Es sind gut und gerne 32 Grad, auch wenn es kurz nach sieben in der Früh ist. Das brauchte keine 1 ½ Stunden um mich so durchnässen…:-) .
So sitze ich im Taxi und fahre zurück zu dem MC Donald von früh morgens, um etwas zu trinken und mein Wasserhaushalt wieder ein wenig ins Gleichgewicht zu bringen. Doch bevor ich den MC Donalds betrete fällt mir ein weiteres Hotel auf. Das Ibis an der Malioboro Road. Fragen kostet diesmal wirklich nichts, sage ich mir. So gehe ich einfach hinein und frage an der Rezeption.(einfach hinein ist Gut, dies gleicht einem Sicherheitstrakt hier!). Die freundliche Dame am Empfang meint, Sie hätte soeben eine Stornierung bekommen. Für drei Nächte wäre es also möglich, ein Zimmer zu bekommen. „Nicht lange überlegen“ sage ich mir und „kaufe“ das Zimmer. Es ist erst kurz nach 8, so dass ich eben noch bis so um 13 Uhr die Zeit vertreiben muss, ehe ich das Zimmer beziehen kann.
Das Gepäck kann ich wenigstens an einem sicher Ort lassen zur Aufbewahrung. Es ist wirklich unglaublich wie hier das Sicherheitspersonal einem durchsucht. Es kommt kein Auto vor das Hotel, dass nicht mit einem Spiegel unter dem Auto abgesucht worden ist. Keine Person betritt das Hotel oder das Einkaufszentrum ohne seine Taschen gezeigt und mit einem Scanner abgetastet worden zu sein. Wie am Flughafen geht es hier zu und her. Auf eine weise ja sehr schön zu wissen, dass es diese Kontrollen gibt und man sich sicher fühlen darf, auf der anderen Seite zeigt es einem aber auch auf, wie es „da draussen“ wirklich zu und her geht, das es diese Massnahmen überhaupt erst braucht….
In der Vorfreude auf eine Dusche und ein sauberes Bett ziehe ich wieder von dannen und gehe Richtung der berühmten Strasse. Langsam scheint auch diese zu erwachen und die ersten Geschäfte fangen an ihre Türen zu öffnen. Was heisst Türen. Türen gibt es hier nicht. Es wird alles aus Kartons ausgepackt und auf dem Gehweg deponiert. Die, die es etwas besser haben, öffnen ihre Garagentore und darin befindet sich dann eben keine Garage sondern Ihr laden. .. Darin wird alles Mögliche verkauft. Von Matratzen über Motorräder, Benzin, Leder, Stoffe, Schmuck, selbst gebasteltes aus Metall, Leder und „Abfall“, Pneus, Ziegelsteine usw. Zahlreiche Läden führen Schuhe, Kleider und massenhaft T-Shirts. Doch etwa 10 verschiedene, mehr nicht. Und dies alle 200 Meter. Auch bei den Schuhen sieht es nicht anders aus. Alle 200 Meter hat man das Gefühl, wieder am gleichen Ort zu stehen. Erst wenn man die Malioboro Road verlässt, findet man andere Modelle von Schuhen und T-Shirts…
Leder hat in dieser Strasse eine grosse Tradition. So findet man auch noch den einen oder anderen Lederwarenhersteller in dieser Strasse. Man kann direkt zusehen, wie er das Leder in seiner „Fabrik“ herstellt und bearbeitet. Da es in der Garage ist, die eh allen offen steht. Was auch hier seinen grossen Ursprung hat, sind die Velo-Taxis. Auch von diesen findet man tausende entlang der Strasse. Aber auch noch Pferde-Taxis kommen hier zum Einsatz. Diese allerdings nur oder hauptsächlich vom Bahnhof aus.
Sonst fährt man hier mit dem Motorrad. Diese sind so eine Art Mischung aus Roller und Töff. Klingen tun sie zwar eher wie ein Moped, sind aber in der Regel der Stolz aller hier. So werden diese auch gepflegt und geputzt, den ganzen lieben langen Tag… Der neuste Trend scheint hier blinkende Lichter an den Töff‘s zu sein. Hier wird versucht mit den blickenden Lichtern wie die Polizei auszusehen, so denken Sie, kommen sie schneller über die überfüllten Strassen an ihr Ziel. So blinkt der morgen auf der Strasse die ganze Zeit Rot/Blau. Aber auch an den Hupen wird mächtig geschraubt. Auch wieder möglichst auffallend, damit einem eher Platz gemacht wird. Ich denke, mit einem „normalen“ Horn kommt man mittlerweile am schnellsten vorwärts, da dieses am ehestens anders Klingt als alle anderen…Eben, klingt komisch, is aber so :-)
Gefahren wir eigentlich mindestens zu 2. Es ist aber keine Seltenheit bis zu 5 Personen darauf zu finden. So ist die ganze Familie auf einem solchen Motorrad unterwegs. Egal wie klein das Kind auch ist, Mami hält es irgendwie fest und fährt mit Sack und Pack und Kind auf den Strassen herum.
Die Gesetzte der Strasse, wer wann und wie Vorfahrt hat, ist schwierig zu umschreiben. Das meiste geschieht per Hupe. So wird sehr viel gehupt. Irgendwie funktioniert dieses „System“ aber trotzdem. So finden die kleinen Mitfahrer ein riesen Spass daran. Mami fährt, das 2 jährige Kind übernimmt die Hupe! Viele Junge Lenker, so um die 10 bis 12 Jahre findet man demensprechend auch. Keine Ahnung, ob hier ein Führerschein nötig ist oder wäre. Besitzen tut wohl eh kaum einer einen…
In dieser Stadt gibt es doch die eine oder andere Ampel (Bis anhin 4 Stück gezählt). Auch wenn sie kaum Beachtung findet und auch bei Rot schon mal gefahren wird. Das ganze „Spektakel“ kann man weder Fotografieren noch hier niederschreiben. Dies muss man einfach erlebt und gesehen haben.
Auch diesmal wird es nur ganz wenige Fotos von hier geben, da ich schlicht kaum welche mache oder machen werde. Ich finde es nicht wirklich in Ordnung, die Leute und „Ihre“ Armut zu fotografieren. Auch über ihre Religion, Rituale und täglich mehrmaligen Gebete werde ich keinen Kommentar abgeben.
Ich wollte Land und Leute sehen. Dies habe ich, aber zu fotografieren brauche ich dies definitiv nicht. Sorry, Liebe Leute zu Hause. Es werden nur ganz wenige Fotos von hier entstehen, aber sicher nicht den Lebensstandart der einheimische wiederspiegeln (So gibt es z.bsp. aufnahmen des Verkehrs Geschehens). Dies wiederspricht sonst meiner Auffassung dessen, was ich hier mache. Die Leute sind wenig stolz auf „Ihr“ Hab und Gut und wenn sie es sind, dann werde ich es auch fotografieren! Die Touristen bei uns fotografieren auch nicht die Obdachlosen, oder? Lieber die Kappelbrücke, den Pilatus, den schönen Vierwaldstättersee mit seinem Bergpanorama…Zudem ist die Internet Verbindung hier viel zu langsam, das dauert ewig, bis nur 1 Bild hochgeladen ist!
So werde ich auch eher eine schöne Landschaft auf einem Foto nachhause bringen. Der „Rest“ ist und soll meine Erfahrung sein und so in meiner Erinnerung bleiben, als diese zu fotografieren. Einfach nur als Respekt den einheimischen gegenüber.
Da hier in Yogyakarta alles so ziemlich ausgebucht und nur noch wenig zu besichtigen gibt(ausser Tempel, Moschehen und Vulkane), werde ich morgen nach Bali weiter fahren. Habe mir bereits ein Busticket geholt. Werde so gegen 1 Uhr mittags mit dem Bus (und den einheimischen) nach Bali gebracht. Das ganze kostet mich so um die 35 Franken (inkl. Prämien, Zwischenhandel usw. ;-). Dieser Handel gehört hier einfach dazu. Wenn ein Auto an der Strassenseite einparkt, kommt bereits einer der den Verkehr regelt. Das gleiche Schauspiel beim Ausparken. Dafür lässt der Fahrer seine Scheibe herunter und steckt ihm ein „Nötli“ zu. So funktioniert dies hier nun Mal. Musste mich auch zuerst daran gewöhnen…Sobald man sich daran gewöhnt hat, ist es „normal“. So hat jeder immer genügend kleine Noten in seiner Tasche…auch wenn dies umgerechnet etwa 7 Rappen sind, die man dafür zahlt! Aber dies ist hier ein Handel der automatisch entsteht. Was soll‘s, der Fahrer ist glücklich dass er ohne Probleme in die viel befahrene Strasse kommt und der andere hat etwas verdient! So funktioniert dies in diesem Land! Geld hinstrecken und es läuft…naja, eben Gewöhnungssache, aber daran Gewöhnt man sich schnell. :-) einfach nicht übers Ohr hauen lassen, gelle ;-)
Auf Bali habe ich auch bereits ein Hotel. Diesmal sollte es klappen, denn ich habe vom Hotel selber eine Zusicherung, mit der bitte um Zeitangabe der Ankunft in Denpasar erhalten, damit ich da vom Hotel eigenen Busservice abgeholt werden kann. Sollte also nicht überbucht sein…Hoffe ich :-)
Auf Bali werde ich, je nach Verkehr, mir dann so ein „Super Töff“ mieten, damit ich noch ein wenig im Land herum komme. Aber auch mehrtägige Ausflüge sind möglich, dies werde ich aber alles erst entscheiden, wenn ich da bin…Der eine oder andere Tag am Pool und am Strand wird sicher auch dabei sein. Aber auch Unterwasser zieht es mich so allmählich…
Also, bis aus Bali wieder!
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Hauptsache du bist gesund :-) Und etwa so hab ich das auch in Errinerung... aber auf Bali wirst du definitiv zum Foto schiessen kommen und wenn du Richtung Osten tukerst wirds dann auch Verkehrstechnisch einiges einfacher. Und gell, Vorsicht for den Affen, resp. Hunden :-)
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